Beschreibung
Bozen steht wieder auf dem Podium. Laut einer Nachhaltigkeitsstudie der Umweltverbände Legambiente und Ambiente Italia, die in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore veröffentlicht wird, belegt die Landeshauptstadt den dritten Platz unter 106 italienischen Provinzhauptstädten. Im Vorjahr erreichte Bozen Rang vier, vor zwei Jahren Rang neun.
„Das Ergebnis ist eine wichtige Bestätigung für uns. Es zeigt, dass sich unsere Umweltmaßnahmen positiv auf die Gesundheit und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger auswirken. Gleichzeitig bietet die Studie die Möglichkeit, die einzelnen Bewertungsbereiche genauer zu studieren und daraus abzuleiten, wo noch Verbesserungsbedarf besteht,“ so Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati.
Mit einer Gesamtbewertung von 75,47 % liegt Bozen hinter Mantua, das mit 81,29 % den ersten Platz belegt, und Trient mit 76,53 % auf Platz drei. Insgesamt wurden sechs Bereiche bewertet: Luftqualität, Trinkwassermanagement, Abfallbewirtschaftung, Mobilität, Stadtraumnutzung und Energie.
Zu den erfreulichsten Ergebnissen zählt der Rückgang beim Wasserverbrauch. Dieser sank von 133 Liter pro Einwohner und Tag bei der vorherigen Erhebung auf 102 Liter. Den neuesten Daten von Bozens Umweltbetrieb SEAB zufolge betragen die Wasserverluste im städtischen Trinkwassernetz derzeit 22 %. Die Studie ging hingegen von 30,1 % aus.
„Der Rückgang beim Pro-Kopf-Verbrauch ist ein positives Signal. Es reicht jedoch nicht aus, die Verluste im Trinkwassernetz zu reduzieren. Wir müssen auch die Bevölkerung noch mehr für dieses Thema gewinnen, denn jeder und jede einzelne kann durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser zum Wassersparen beitragen“, betonte Corrarati.
Auch im Bereich Mobilität verzeichnet die Studie positive Entwicklungen: So nutzt jeder Einwohner bzw. jede Einwohnerin den öffentlichen Nahverkehr durchschnittlich 68-mal im Jahr. Im Vorjahr waren es noch 62 Fahrten. Ein Plus gab es auch bei den Radwegen, den Fußgängerzonen und den verkehrsberuhigten Zonen. Die Zahl der Bäume auf öffentlichen Flächen stieg von 12 auf 31 je 100 Einwohner.
Handlungsbedarf gibt es hingegen noch bei der Abfallbewirtschaftung. Pro Kopf fielen 501 kg Restmüll an. Gleichzeitig sank die Recyclingquote von 65,2 % auf 64,3 %. Insbesondere der Umgang mit Kunststoff müsse dem Bürgermeister zufolge neu bewertet werden:
Mehr als 65 % des getrennt gesammelten Kunststoffs werden nach Österreich und Deutschland gebracht und dort in entsprechenden Anlagen verwertet. Wir müssen uns daher wirklich fragen, wie der gesamte Prozess effizienter und nachhaltiger gestaltet werden kann. Gelingen könnte dies etwa durch eine bessere Abfalltrennung, um jene Kunststoffe besser herauszulesen, die tatsächlich recycelt werden können. Gleichzeitig müssen wir prüfen, wie wir den nicht verwertbaren Kunststoffanteil den lokalen Anlagen zuführen können. Das betrifft insbesondere unsere Müllverwertungsanlage, die Energie und Wärme für das städtische Fernwärmenetz erzeugt,“ so Corrarati.
„Auch kurze Transportwege tragen zu einer nachhaltigen Abfallbewirtschaftung bei. Sie verursachen weniger Schadstoffe und Transportkosten und entlasten die Umwelt. Deshalb müssen wir den gesamten Kreislauf betrachten, unsere eigenen Anlagen effizient nutzen und die für die Energiegewinnung nutzbaren Stoffe im Einklang mit den Umweltauflagen und Prioritäten vor Ort verwerten.“
Die Vorstellung der Nachhaltigkeitsstudie, für die der Bürgermeister eigens nach Rom gereist war, bot auch Gelegenheit für einen Blick in die Zukunft. Auf die Städte kommen große Herausforderungen zu – von der Anpassung an den Klimawandel über den sparsamen Umgang mit Flächen bis hin zum Schutz vor Naturgefahren und zu den Stadtumbaumaßnahmen.
„Diese Anerkennung zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den Weg der Nachhaltigkeit weiterzugehen, auf dem Gebiet der Mobilität wie auch beim Trinkwassermanagement, bei der Grünflächenplanung und bei der Abfallbewirtschaftung. Deshalb ist diese Anerkennung zugleich Bestätigung und Auftrag, auf diesem Weg weiterzumachen und weitere Verbesserungen auf den Weg zu bringen,“ so Corrarati abschließend. (mp/ct)