Beschreibung
Am heutigen Montag unterzeichnete das städtische Netzwerk gegen Gewalt an Frauen eine neue Kooperationsvereinbarung. Mit diesem Schritt bekräftigen die Netzwerkmitglieder ihren Willen, noch gezielter gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen.
Bei der feierlichen Unterzeichnung waren neben Bürgermeister Claudio Corrarati, Sozialstadträtin Patrizia Brillo und Gleichstellungsstadträtin Johanna Ramoser auch Bozens Quästor Giuseppe Ferrari, die Verantwortlichen diverser Behörden sowie Vertreterinnen und Vertreter der Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, der Justiz, des Dritten Sektors und der Gewaltschutzzentren zugegen, die im Netzwerk gegen Gewalt an Frauen zusammenarbeiten.
Die Unterzeichnung der Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt, der den Weg frei macht für eine noch engere Kooperation zwischen den Netzwerkpartnern, die ihr Hilfsangebot auf diese Weise noch wirksamer gestalten und die Zusammenarbeit bei der Gewaltprävention, beim Opferschutz und bei der Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen weiter verbessern und ausbauen können.
Die Vereinbarung ist das Ergebnis intensiver Beratungen und eines regen Austausches zwischen den beteiligten Partnern und soll dazu führen, dass Frauen, die von Gewalt betroffen sind, auf ihrem Weg heraus aus der Gewaltsituation noch wirksamer unterstützt und begleitet werden können, bis sie in der Lage sind, ihr Leben selbständig zu bewältigen.
Bürgermeister Corrarati betonte, dass die Unterzeichnung der Vereinbarung nur ein Meilenstein und noch nicht das Ziel sei. In den letzten Jahren habe das Netzwerk aus Behörden, Einrichtungen und Diensten wichtige Aufbauarbeit geleistet. Die Aufmerksamkeit für dieses schwierige und leider immer noch aktuelle Thema zeuge davon, dass Gewalt an Frauen die Stadt und die Gesellschaft stark beschäftigt und mit Sorge erfüllt.
Der Bürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Rolle der Sprache, die wir im öffentlichen Diskurs und im alltäglichen Austausch verwenden. „Wir beobachten eine Verrohung und eine zunehmende Aggressivität in der Sprache,“ so Corrarati. „Respekt aber zeigt sich auch in dem, was wir sagen und wie wir es sagen. Das gilt für uns alle, erst recht aber gilt es für Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen oder politische Ämter bekleiden.“
Er wünsche sich, dass man eines Tages nicht mehr über geschlechtsspezifische Gewalt sprechen müsse und dass sich Maßnahmen wie diese erübrigten, so Corrarati. „Derzeit aber ist es wichtiger denn je, dass wir als Partnerinnen und Partner im städtischen Netzwerk gegen Gewalt an Frauen weiterhin eng zusammenarbeiten und die Netzwerkarbeit vertiefen, damit wir bei Bedarf wirksam helfen und die Situation für die Frauen, die sich heute in Gewaltsituationen wiederfinden, spürbar verbessern können“.