Autonomie und berufliche Teilhabe: Ein Inklusionsprojekt in Bozen

Das Projekt des Vereins Unique: ein neuer inklusiver Friseursalon
Veröffentlichungsdatum:

22.10.2026

Hauptteil

Berufliche Inklusion gelingt auch durch konkrete Initiativen, die Menschen mit Behinderungen dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, Selbstständigkeit zu erlangen und ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. In Bozen ist das vom Verein Unique mit Sitz in der Italienallee geförderte Projekt ein gelungenes Beispiel dafür.

Die Initiative entstand aus dem Engagement von Michele Cristiani und Daniela Plazzer, Eltern, die sich entschieden haben, einen inklusiven Friseursalon zu eröffnen. Ziel ist es, jungen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu bieten, den Beruf des Friseurs bzw. der Friseurin oder den Bereich der Schönheits- und Körperpflege kennenzulernen. Dies erfolgt durch einen Ausbildungsweg mit individueller Begleitung hin zur beruflichen Integration.

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Vermittlung beruflicher Kompetenzen. Autonomie bedeutet auch, persönliche Entscheidungen treffen zu können, etwa das eigene Erscheinungsbild zu pflegen und selbst zu bestimmen, wie man die eigene Identität zum Ausdruck bringt. Gerade für junge Erwachsene, die sich mehr Unabhängigkeit von ihrer Familie wünschen, sind diese Aspekte von großer Bedeutung.

Arbeit bedeutet in diesem Zusammenhang weit mehr als nur eine Beschäftigung zu haben. Sie umfasst Verpflichtungen und Verantwortung, das tägliche Miteinander mit Kolleginnen und Kollegen, das Bewältigen neuer Herausforderungen und die Anerkennung der eigenen Fähigkeiten. Solche Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen, fördern soziale Beziehungen und tragen zu einem größeren Gefühl der Selbstständigkeit bei.

Kompetenzen als Brücke in die Arbeitwelt

Die Erfahrungen von Unique stehen in engem Zusammenhang mit den Zielen des Projekts Job Speed Dating der Stadt Bozen. Dieses Projekt soll Begegnungen zwischen Menschen mit Behinderungen, die eine Arbeitsstelle suchen, und Unternehmen fördern.

Der Einstieg ins Berufsleben erfordert oft eine individuelle Begleitung. Deshalb fördert die Stadt Bozen Maßnahmen, die Interessierten helfen, ihre Stärken sichtbar zu machen und sich Unternehmen wirksam zu präsentieren. Was bisher auch bei der Realisierung des Vorhabens der Familie Cristiani ersichtlich wird, ist, dass zahlreiche Kandidaten und Kandidatinnen eine praktische Hilfestellung benötigen, sich überhaupt entsprechend gut zu präsentierten. Daher wurde in den letzten Wochen mit erfahrenen Freiwilligen bei der gezielten Ausarbeitung von Lebensläufen und dem Herausfiltern der besonderen Fähigkeiten der Jobsuchenden angesetzt. Die Stärke der aktuellen Bemühungen der Gemeinde Bozen liegt darin, dass wir den betroffenen Parteien eine Reihe von Experten und Expertinnen zur Verfügung stellen, um sie bei einem möglichen Anstellungsprozess von Menschen mit Behinderung zu unterstützen.

Auch Unternehmen können von diesem Ansatz profitieren. Sie erhalten Informationen und Beratung über Fördermöglichkeiten und Unterstützungsmaßnahmen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. So sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Fähigkeiten jeder einzelnen Person in einem geeigneten Arbeitsumfeld eingesetzt werden können, unterstützt durch eine Begleitung, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Die Erfahrung von Unique zeigt, wie eine aus der lokalen Gemeinschaft entstandene Initiative dazu beitragen kann, berufliche Inklusion greifbar und konkret werden zu lassen. Gleichzeitig verfolgt die Stadt Bozen mit dem Projekt Job Speed Dating das Ziel, die Verbindung zwischen den Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen und den Möglichkeiten des Arbeitsmarktes zu stärken und dadurch die Chancen auf Ausbildung und berufliche Integration zu erweitern.

Im Bild: Gemeinderätin Bozen, Patrizia Daidone, die Eltern Daniela Plazzer und Michele Cristiani, Ulrich Seitz, Stadträtin Patrizia Brillo, Bürgermeister Claudio Corrarati
Der Friseursalon Unique wurde am Dienstag, den 20. Oktober 2026, feierlich eröffnet. An der Eröffnungsfeier nahmen verschiedene lokale Behörden sowie eine offizielle Delegation des FC Südtirol teil, um diesem wichtigen Projekt zur beruflichen Inklusion Sichtbarkeit und Unterstützung zu verleihen.

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Veröffentlichungsdatum

22.10.2026

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