Beschreibung
Das letzte Wandgemälde des Projekts „Die Welt ist weiblich“ ist heute Vormittag in der Drususstraße an der Außenmauer der Mittelschule „Ada Negri“ feierlich enthüllt worden. Das Projekt wurde von den Diensten Artemisia und COOLtour des Vereins La Strada – Der Weg in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Bozen umgesetzt und vom Amt für Familie, Frauen, Jugendliche und Sozialförderung der Stadt Bozen gefördert. Bei der feierlichen Enthüllung waren neben den verantwortlichen Projektträgern auch die jungen Künstlerinnen Dania Mosconi und Yasmin Nilufar anwesend, die das abschließende Wandbild gestaltet haben. Ebenfalls vor Ort waren die Stadträtin für Soziales Patrizia Brillo sowie die Stadträtin für Schule Johanna Ramoser.
Weltweit gibt es noch immer viele Länder, in denen Frauen aufgrund von Traditionen, Religionen oder anderen Gründen unter Diskriminierung leiden. In einer vernetzten und globalisierten Welt wird es immer wichtiger, einen Überblick über die Probleme zu haben, die uns betreffen. Das Leid und die Diskriminierungen, denen Frauen in einem Teil der Welt ausgesetzt sind – auch wenn dieser weit entfernt ist –, betreffen uns direkt; denn unser Handeln kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf den Prozess der weltweiten Emanzipation der Frauen haben.
Aus diesem Grund haben Artemisia und COOLtour (die zum Verein „La Strada-der Weg“ gehören) beschlossen, im Jahr 2021 mit Unterstützung der Stadt Bozen ein Projekt ins Leben zu rufen: „Die Welt ist Frau“. Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von fünf Jahren und umfasste eine Reihe von Initiativen und Veranstaltungen, die jeweils einem Kontinent der Welt gewidmet waren. Ziel war es, einen globalen Überblick über die Diskriminierung von Frauen und den Kampf um Bürgerrechte zu vermitteln, die Bevölkerung über die Rolle zu informieren und zu sensibilisieren, die Frauen in der Vergangenheit gespielt haben und auch heute noch spielen, und dabei kulturelle, historische und geografische Unterschiede hervorzuheben.
Das Projekt konzentrierte sich jedes Jahr auf einen anderen Kontinent. Ziel war es, den soziokulturellen Kontext und die Gegebenheiten der verschiedenen Kontinente zu analysieren und zu untersuchen, inwiefern der Lauf der Geschichte die Rolle der Frauen beeinflusst hat – oder auch nicht. Jedes Jahr ist daher eine symbolträchtige Frauengestalt im Kampf um die Emanzipation ausgewählt worden, die ihr Leben dem Einsatz für die Rechte der Frauen gewidmet hat. Das 2021 ins Leben gerufene Projekt widmete sich zunächst Afrika, auch in Gedenken an Agitu, eine Symbolfigur des Kampfes für Bürgerrechte, die im Jahr zuvor im Trentino ermordet worden ist. Zu ihren Ehren wurde in Zusammenarbeit mit Outbox ein ihr
gewidmetes Wandgemälde in der Drususallee geschaffen. Im Jahr 2022 stand Südamerika im Mittelpunkt. Für diese Ausgabe wurden symbolträchtige Persönlichkeiten wie Marielle Franco, Marinella Garcia Villas, die Wächterinnen des peruanischen Amazonas-Regenwaldes, und Mercedes Sosa ausgewählt. Frauen, die ihr Leben dem Einsatz für Bürgerrechte und dem Kampf gegen Diskriminierung gewidmet haben. Das Wandbild, das erneut in Zusammenarbeit mit Outbox entstanden ist, wurde Marielle Franco gewidmet und befindet sich an der Wand der Ada-Negri-Schule, neben dem im Vorjahr entstandenen Wandbild, das Agitu gewidmet ist.
Im Jahr 2023 war Nordamerika der ausgewählte Kontinent. Aufgrund von Renovierungsarbeiten an der Ada-Negri-Schule wurde das ursprünglich für 2023 geplante Wandbild zu Ehren von Rosa Parks stattdessen im Laufe des Jahres 2024 realisiert, zusammen mit dem Wandbild zu Ehren von Malala, der Frau, die für die Ausgabe des Projekts 2024 auf dem asiatischen Kontinent ausgewählt wurde. In dieser Ausgabe wurde im Gegensatz zu den anderen Jahren beschlossen, die Gestaltung der Wandbilder nicht professionellen Künstlern*Innen, sondern jungen Künstlern*Innen anzuvertrauen, die sich für Kunst begeistern und ein Gespür für Gender-Themen und Bürgerrechte haben. Das Rosa-Parks-Wandbild wurde von Giacomo Paoli entworfen, während das Malala-Wandbild von Nilufar Yasmin gestaltet wurde. Das Projekt endet mit der Ausgabe 2025, für die Europa als Kontinent ausgewählt wurde.
Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden im Laufe des Jahres 2025 Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert, die sich mithilfe verschiedener Ausdrucksformen eingehend mit den Themen Frauenemanzipation und (Un-)Gleichheit der Geschlechter befassten.
Mit der Fertigstellung des letzten Wandgemäldes, das dem gesamten Projekt seinen Namen gibt, findet das in den vergangenen Jahren begonnene künstlerische Projekt seinen Abschluss. Man entschied daher, eine Inschrift mit dem Titel des Projekts anzubringen, allerdings in englischer Übersetzung: „The world is female“. Die jungen Künstlerinnen wurden bei der Konzeption und Umsetzung des Wandgemäldes vom Künstler Christian Luccarini begleitet, der auch als künstlerischer Betreuer bei einigen der anderen Wandgemälde war, die für „Die Welt ist Frau“ entstanden sind.
„Dieses Projekt zeigt, wie Kunst ein wirksames Instrument für die Sensibilisierung und Teilhabe sein kann und junge Menschen dafür begeistert, sich aktiv am Leben der Gesellschaft zu beteiligen, damit sie inklusiver und sensibler wird.“ sagte Sozialstadträtin Patrizia Brillo. „Diese Wandbilder vermitteln wichtige Botschaften, wie Respekt, Gleichheit und Menschenrechte. Diese Themen müssen auch in Zukunft im Vordergrund stehen.“
„Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Vereinen und Behörden ermöglicht es, pädagogisch wertvolle Erfahrungen zu sammeln.“ sagte die Stadträtin für Schule und Chancengleichheit Johanna Ramoser. „Die Schülerinnen und Schüler sind aktive Mitgestaltende eines Projektes, das Kreativität, Gemeinschaftssinn und soziale Sensibilität miteinander verbindet. Die Wandgemälde sind ein konkretes und positives Zeichen im Stadtbild.“
Die Initiative bietet eine wichtige Gelegenheit, das Engagement und die Kreativität der jungen Menschen, die zur Entstehung der Werke beigetragen haben, zu würdigen und die Bürger*Innen dazu einzuladen, diese zu entdecken und zu schätzen. Jedes Wandbild ist mit einer Informationstafel versehen, die einen QR-Code enthält, über den man auf die Projektbeschreibung zugreifen kann.