Beschreibung
„Bozen ist die Stadt der Museen, und das Stadtmuseum ist das Museum von Bozen.“ Mit diesen Worten betonte Bürgermeister Claudio Corrarati die symbolische Bedeutung des Stadtmuseums für Bozen. Das Stadtmuseum war einige Monate geschlossen, um dringende Arbeiten durchzuführen. Nun sind wieder einige Museumsbereiche geöffnet, und damit ist wieder ein Stück Stadtgeschichte für Interessierte frei zugänglich. Heute Vormittag haben der Bürgermeister, der Vizebürgermeister und Stadtrat für öffentliche Arbeiten, Stephan Konder und der zuständige Stadtrat Claudio Della Ratta die Medienvertreterinnen und -vertreter zu einer Vorabbesichtigung ins Stadtmuseum geladen und einige Neuerungen vorgestellt.
Das Stadtmuseum von Bozen wurde 1882 errichtet. In jenem Jahr wurde auch der Museumsverein Bozen gegründet, der aus seinen Sammlungen die Werke gestiftet hat, die den Grundstein für den Bestand des Stadtmuseums bilden. Zunächst war das Stadtmuseum im Kolpinghaus untergebracht. Es übersiedelte dann in das Gebäude in der Sparkassenstraße, in dem es bis heute untergebracht ist. Das Gebäude wurde nach den Plänen der Architekten Wilhelm Kürschner und Alois Delug errichtet und am 16. April 1905 von Bürgermeister Julius Perathoner eingeweiht. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Stadtmuseum immer wieder neu gestaltet, in seinen Inhalten und im Aufbau der Sammlungen, ausgehend von neuen Erkenntnissen und museologischen Überlegungen oder von Entscheidungen der Museumsleitung. Das Stadtmuseum musste auch immer wieder geschlossen werden, so z.B. während des Zweiten Weltkrieges von 1943 bis 1945 (bei den Bombenangriffen wurde das Gebäude auch schwer beschädigt), dann von 2003 bis 2006, als der Turm wieder aufgebaut, Aufzüge installiert und Sicherungsarbeiten an der Statik des Gebäudes durchgeführt wurden. Von 2020 bis 2021 konnte das Stadtmuseum wegen der Coronapandemie keine Besucher empfangen, und schließlich war es seit dem 1. Oktober 2024 wegen der Arbeiten für die Anpassung an die Brandschutzbestimmungen und anderer dringender Arbeiten geschlossen. Diese Arbeiten hat die Abteilung für öffentliche Arbeiten der Stadtgemeinde Bozen durchgeführt und die Kosten hierfür belaufen sich auf 1,2 Mio. Euro. Das Land Südtirol hat die Arbeiten mit einem Beitrag in Höhe von 700.000,00 Euro bezuschusst. Seit ein paar Tagen ist das Stadtmuseum nun wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Die Geschichte des Stadtmuseums ist eine komplexe Geschichte, die sich am Zeitstrahl im 1. Stock ablesen lässt, der sich auch in den 2. Stock erstreckt, wo eine wertvolle, bemalte Balkendecke erhalten geblieben ist, die aus der Entstehungszeit des Stadtmuseums Anfang des 20. Jh. stammt. Die bemalte Holzdecke war unter einer abgehängten Decke versteckt und wird demnächst restauriert.
Auch wenn das Stadtmuseum immer wieder für Besucherinnen und Besucher geschlossen war, wurde hinter seinen Türen eifrig gearbeitet. Die Sammlungen und Archive wurden gesichtet und geordnet, es wurden Restaurierungspläne erstellt, die Ausstellungsflächen neu konzipiert, die Arbeiten fachkundig begleitet und die Ausstellungsstücke so verwahrt, dass sie während der Bauarbeiten keinen Schaden nehmen.
Nun ist das Stadtmuseum wieder geöffnet, wenn auch nur zum Teil, denn der 2. und der 3. Stock bleiben weiterhin geschlossen. Das Stadtmuseum beteiligt sich auch heuer wieder an der „Langen Nacht der Museen“, die am Freitag, 17. Oktober 2025 stattfindet. Ab Samstag, 18. Oktober kann das Stadtmuseum dann von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Frei zugänglich sind die Ausstellungen im Hochparterre, im 1. und im 4. Stock und im Turm, der Innenhof und der 1. Saal des Lapidariums. Der Eintritt ist frei.
In der Ausstellung im Hochparterre wird eine Auswahl von Porträts von wichtigen Persönlichkeiten von Bozen gezeigt. Sie stammen aus der Sammlung des Stadtmuseums. Im 1. Stock werden Themen und Inhalte präsentiert, die dann bei der Wiedereröffnung des gesamten Museumsgebäudes aufgegriffen werden. Es wird versucht, einen harmonischen Dialog zwischen den Ausstellungsstücken und der Gestaltung der Räume zu finden (Beleuchtung, Vorhänge und Verdunkelungssysteme, Sockel und Vitrinen, Schautafeln etc.). Die Ausstellungen werden in regelmäßigen Abständen wechseln, und das aus zweierlei Gründen: Zum einen entsteht eine gewisse Rotation im Museumsbestand und zum anderen aus Gründen der Konservierung, was vor allem bei empfindlichen Stücken sehr wichtig ist.
Das Stadtmuseum öffnet Schritt für Schritt und wird wieder zu dem, was es ursprünglich war: ein Ort der Kultur und der Begegnung, an dem nicht nur die Sammlungen besichtigt werden konnten, sondern wo auch Veranstaltungen und Konzerte stattgefunden haben. Auch eine Schule und eine Bibliothek befanden sich im Museumsgebäude. Auch seine Rolle ist eine neue: Es ist nicht nur ein Museum, das Sammlungen beherbergt, konserviert und zeigt, sondern es ist auch ein Stück Stadtgeschichte, die es in seinen Mauern verwahrt.
Bei der heutigen Pressekonferenz anwesend waren auch die Direktorin der Abteilung für Kultur der Stadtgemeinde Bozen, Anna Vittorio, der Direktor des Stadtmuseums, Stefan Demetz, der Direktor der Abteilung für öffentliche Arbeiten, Sergio Berantelli und der Direktor des Amtes für öffentliche Arbeiten, Rosario Celi. (mp/mm)