Beschreibung
Das Projekt “Nachtökonomie”, das die Stadtgemeinde Bozen in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen verwirklicht, wurde heute in der Ratskommission für Finanzen vorgestellt. Ziel des Projektes ist es, zu erheben, welche wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Auswirkungen das Nachtleben auf die Stadt hat. Es geht um Datenanalyse, das Anhören der Stakeholder und die Entwicklung von Visionen.
Es wurde bereits ein Fragebogen ausgearbeitet, der von allen Interessierten ausgefüllt werden kann. Der Fragebogen ist bis zum 31. Mai 2026 auf der Website der Stadtgemeinde Bozen online gestellt. Mit dem Fragebogen sollen vor allem Meinungen, Erfahrungen und Anregungen gesammelt werden, die in eine neue Vision für das Nachtleben einfließen werden. Der Fragebogen ist ein zentraler Aspekt des Projekts, denn er richtet sich an die breite Öffentlichkeit.
Das Projekt “Nachtökonomie” ist hingegen Teil eines größeren Projekts, das sich mit den Veränderungen in der Stadt und den neuen Modellen für die Entwicklung eines „Ökosystems des Nachtlebens“ befasst. Im Fokus stehen dabei die Bereiche Handel, Gastronomie, Kultur, Unterhaltung und Dienstleistung. Anhand eines wissenschaftlichen und multidisziplinären Ansatzes soll das Projekt am Ende die Daten und Instrumente liefern, die die Gemeindeverwaltung dabei unterstützen werden, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Bei der Vorstellung in der Ratskommission wurden heute die zentralen Aspekte des Projekts erläutert, die Analysemethode und die ersten geplanten Leitlinien für die nächsten Arbeitsschritte. Durch die Einbindung der Freien Universität Bozen ist eine wissenschaftliche Herangehensweise gewährleistet. Die Grundlage bilden quantitative und qualitative Analysen, die Sammlung von Daten, Fallanalysen und die Einbindung der lokalen Stakeholder.
„Die Nachtökonomie ist ein Bereich, der für die Lebendigkeit und Attraktivität der Stadt von großer Bedeutung ist.“ wurde bei der Sitzung betont. „Die Dynamiken der Nachtökonomie zu verstehen bedeutet, auf ausgewogene Weise eingreifen zu können und die wirtschaftliche Entwicklung, die Sicherheit in der Stadt und die Lebensqualität der Bevölkerung zu fördern.“
Vor diesem Hintergrund tritt anstelle der „Movida“ ein qualitätsvolles Angebot an kulturellen, sozialen und Freizeitveranstaltungen, das sich an ein breites Publikum richtet und das inklusiv ist. Der öffentliche Raum soll in der Nacht nicht mehr nur als von der Polizei überwachter Raum empfunden werden, sondern er soll zu einem Treffpunkt im positiven Sinn werden, der belebt ist und wird von den Menschen gerne aufgesucht wird. Gelingen kann das mit verantwortungsbewussten Wirtschaftstreibenden, ausgebildetem Personal, Kulturprojekten, einer angemessenen Beleuchtung, einem guten Mobilitätsangebot in der Nacht und einer achtsamen Nutzung des öffentlichen Raumes. Eine Stadt, die lebendig ist, ist eine sichere Stadt, auch in der Nacht.
Mit diesem Paradigmenwechsel wird es möglich sein, die Nacht als eine Ressource zu verstehen, wo sich Lebensqualität, Attraktivität und Sicherheit gegenseitig unterstützen. Die „Movida“ wird als Teil eines breit angelegten urbanen Wirtschaftssystems definiert, und sie zu lenken heißt, in eine Stadt zu investieren, die lebendig und verantwortungsbewusst ist und die ihre Räume auch nach Sonnenuntergang mit Umsicht nutzt.
Es hat bereits die Phase des Zuhörens begonnen: Wirtschaftstreibende, Bürgerinnen und Bürger und Behörden werden angehört, um gemeinsam Visionen zu entwickeln, wie die Stadt in der Nacht sein soll.
Die Ergebnisse der Analysen sollen dann in eventuelle künftige Maßnahmen einfließen, die auf Verwaltungs-, Wirtschafts- und urbanistischer Ebene entwickelt werden.
Fragebogen: https://www.gemeinde.bozen.bz.it/Stadtleben/Vertiefung/Nachtoekonomie