Beschreibung
"Der Vandalenakt am Matteottiplatz ist meiner Meinung nach unbegreiflich“. Das sagte Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi in einer ersten Stellungnahme am Tag nach der Entdeckung der aufgesprühten Wörter an einer Mauer am Matteottiplatz. Der Matteottiplatz ist einer der wichtigste Plätze der Stadt, und in seiner Aussendung schreibt Caramaschi, dass die Stadt Bozen die Provokation umgehend an den Absender zurückschickt. Die Beschmierung der Mauer in der vergangenen Nacht sei nicht tolerierbar. Was besonders auffällig sei – so Caramaschi weiter -, sei die vorurteilslose Verwendung einer faschistisch geprägten Sprache, die rohe Gewalt offenbart an einem Ort wie dem Matteottiplatz, der einem Mann gewidmet ist, der seine Stimme gegen den aufsteigenden Diktator Benito Mussolini erhoben und ihn des Wahlbetruges bei den Wahlen am 6. April 1924 bezichtigt hat. Weiter schreibt Caramaschi, dass die zeitliche Nähe zum Gedenktag für die Opfer des Holocaust, der jedes Jahr am 27. Januar begangen wird, auch beunruhigend sei. Die Stadt Bozen halte auch in Zukunft an den Werten der Demokratie fest und wird weiterhin all jene ehren, die Opfer der Gewalt der Diktaturen des 20. Jahrhunderts geworden sind und die ihr Leben für die Demokratie gegeben haben. Es sei abartig, fährt Caramaschi fort, diese Worte mit einer Fangemeinde von Sportbegeisterten in Zusammenhang zu bringen: Wer Fan einer Mannschaft ist und den Sport unterstützt, unterstützt auch die Demokratie, denn nur in einer freien Gesellschaft, die für alle offen ist, kann sich der Sport entwickeln und entfalten und in einer Gesellschaft, in der immer mehr verschiedene Kulturen zusammenleben, Werte wie Loyalität, Fairness, Korrektheit und Rechtschaffenheit vermitteln. Die richtigen Fans haben nichts mit den Worten zu tun, die auf die Mauer gesprüht wurden. Der Bürgermeister erklärte abschließend, dass die Stadt Bozen Anzeige wegen Sachbeschädigung und Vandalenakt einreichen wird.