Tag des Holocaust-Gedenkens - Veranstaltungsprogramm vorgestellt

Offizielles Veranstaltungsprogramm der Stadt zum Holocaust-Gedenktag
Veröffentlichungsdatum:

12.01.2024

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Beschreibung

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von Soldaten der nach Berlin vorrückenden Roten Armee befreit. Am 1. November 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Seit 2006 wird jedes Jahr an diesem Tag weltweit der Opfer des Holocaust gedacht.

Die Stadt Bozen begeht diesen Gedenktag mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, das Bürgermeister Renzo Caramaschi und Kulturstadträtin Chiara Rabini heute im Beisein der Präsidentin der Jüdischen Gemeinde Meran Elisabetta Rossi Borenstein öffentlich vorstellten.

Die offizielle Gedenkfeier beginnt um 10.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung in der Reschenstraße 80 an der Mauer des ehemaligen Bozner NS-Durchgangslagers zu Ehren all jener Männer und Frauen, die im Durchgangslager Bozen inhaftiert waren, sowie im Gedenken an die Verfolgung der Sinti durch die Nationalsozialisten. Um 10.50 Uhr werden am Denkmal für die deportierten Juden der Region am Jüdischen Friedhof in Oberau, um 11.00 Uhr am Denkmal für Manlio Longon am städtischen Friedhof Kränze niedergelegt. Dort wird anschließend eine Gedenktafel in Erinnerung an Tullio Degasperi, Walter Masetti, Adolfo Beretta, Decio Fratini, Erminio Ferrari, Romeo Trevisan und Gerolamo Meneghini enthüllt. Die sieben Mitglieder des von Manlio Longon angeführten Nationalen Befreiungskomitees wurden wegen ihres Einsatzes für die Freiheit verhaftet, geschlagen und gefoltert und nach Mauthausen/Gusen deportiert, von wo sie nicht mehr zurückkehrten. Um 11. 40 wird in der Pacinottistraße am Denkmal zu Ehren der Deportierten ein Kranz niedergelegt. Um 12 Uhr werden in der Turinstraße auf Höhe der Hausnummer 31 weitere „Stolpersteine“ enthüllt. Auf diesen sind die Namen der sieben Männer des Befreiungskomitees verewigt, die in das Konzentrationslager Gusen deportiert wurden und dort umkamen. Jugendliche, die mit dem „Zug der Erinnerung“ verschiedene Stätten des Holocaust besucht haben, tragen kurze Texte vor und sorgen für die musikalische Umrahmung.

Am selben Tag bietet das Verkehrsamt Stadtführungen zu Orten an, an denen die Gräuel der NS-Zeit besonders spürbar sind: Um 12.30 Uhr findet eine Führung zu den „Stolpersteinen“ statt. (Treffpunkt: Infopoint am Kornplatz 11, Bozen). Mit den im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, Stolpersteine genannt, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert oder vertrieben wurden. Um 14.30 Uhr findet ein geführter Besuch verschiedener Holocaust-Gedenkenorte statt (Treffpunkt: Hauptsitz des Verkehrsamts in der Südtirolerstr. 60, Bozen). Die Tour führt zum Verdiplatz, zum Virgltunnel, zum ehemaligen Standort der Mignone-Kaserne, zu den Gleisen in der Pacinottistraße, zum ehemaligen NS-Durchgangslager in der Reschenstraße und zum Hadrianplatz. Es steht auch ein Bus zur Verfügung.

Ebenfalls am 27. Januar eröffnet eine neue Ausstellung zu den Stolpersteinen in der Stadtgalerie. Die Ausstellung, die vom Stadtarchiv gestaltet wird, beleuchtet das Leben und Schicksal der Deportierten, deren Namen auf den „Stolpersteinen“ verewigt sind.

Bereits in den nächsten Tagen schon finden in Bozen eine ganze Reihe von weiteren Veranstaltungen zur Shoah statt:

Am 11. Januar öffnet das alljährliche Remember Festival seine Tore mit einem Gespräch zwischen der Historikerin und Autorin Michela Ponzani und dem Historiker Hannes Obermair. Am 14. Januar findet im Rahmen des Remember Festivals ein Rundgang zu den „Stolpersteinen“ statt. Gestartet wird am Universitätsplatz. Am 16. Januar findet in der Stadtbibliothek ein vom Partisanenverband ANPI organisierter Vortragsabend mit musikalischer Umrahmung statt. Beginn ist um 18. Uhr. Am 26. Januar wird im Grieser Stadttheater das Theaterstück Vanadio nach einem Werk von Primo Levi aufgeführt. Beginn ist um 21 Uhr. Ebenfalls im Rahmen des Remember Festivals wird am 28. Januar um 18 Uhr der US-amerikanische Spielfilm Ogni cosa è illuminata von Regisseur und Schauspieler Liev Schreiber aus dem Jahr 2005 gezeigt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Jonathan Safran Foer. Er erzählt von der (realen und innerlichen) Reise eines amerikanischen Studenten jüdischer Abstammung in die Ukraine, auf der Suche nach der Frau, die seinen Großvater vor den Nationalsozialisten rettete. Das Remember Festival endet am 29. Januar mit einem Veranstaltungsabend im Festsaal des Bozner Rathauses mit Erzählungen aus dem Leben von Erika und Saskia von Brockdorff.

Am 24. Januar stellt die italienische Landesbibliothek Claudia Augusta das Buch "Dittature di confine - Trentino - Südtirol/Tirol 1935-1945" vor. Das Werk wirft einen 360-Grad-Blick auf dieses für ganz Europa verheerende Jahrzehnt und beleuchtet es aus der Perspektive der drei Grenzregionen. Beginn ist um 17.30 Uhr.

Am 27. Januar, dem eigentlichen Holocaust-Gedenktags, findet im Cristallo-Tehater ein Gesprächsabend mit Ugo Morelli und dem Philosophen Massimo Cacciari zu Themen wie Demokratie und Gleichgültigkeit statt. Begleitet wird die Veranstaltung von einer Ausstellung über das Schicksal von Männern, Frauen und Kindern, die zwischen 1939 und 1945 von den Nationalsozialisten getötet wurden, weil sie nicht den vermeintlichen „Standards“ des gesunden, starken und schönen Menschen entsprachen.

Der Filmclub zeigt vom 29. bis zum 31. Januar das Filmdrama One Life von James Hawes. Der Film erzählt die Geschichte des Börsenmaklers Nicholas Winton, der kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs die Rettung von 669 Kindern aus Prag organisierte. .

Am 30. Januar hält die Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Pisa Ilaria Pavan im Klassischen Gymnasium Carducci einen Vortrag über die wirtschaftlichen Auswirkungen der antijüdischen Gesetze aus dem Jahr 1938 (nur für Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums).

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet eine Tagung zu den Thesen von Hannah Arendt zur Banalität des Bösen in der Stadtbibliothek. Die Tagung wir vom Friedenszentrum veranstaltet. Beginn ist um 18.00 Uhr.

Termine und Infos:
https://events.gemeinde.bozen.it/agenda/event/40728?/switchlanguage/to/bolzano_ger_agenda/agenda/event/40728

Bilder

Ultimo aggiornamento

Letzte Änderung: 09.06.2025 17:57

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