Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2026

An dem Ort, an dem sich zwischen 1944 und Kriegsende der Eingang zum ehemaligen NS-Durchgangslager befand und der sich heute auf einem Grundstück des WOBI befindet, enthüllten Vertreter der Stadt und des Wohnbauinstituts heute eine Gedenktafel
Veröffentlichungsdatum:

27.01.2026

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Beschreibung

Die Auftaktveranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus fand heute Vormittag in der Reschenstraße statt. Dort, vor dem Mehrfamilienhaus in der Reschenstraße 80, an der Stelle, an der sich während des Zweiten Weltkrieges der Eingang zum ehemaligen NS-Durchgangslager befand, wurde heute eine neue Gedenkfläche sowie eine Gedenktafel eingeweiht. Enthüllt wurde die neue Gedenktafel von Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati, WOBI-Präsidentin Francesca Tosolini und von Bozens Vermögensstadtrat Claudio Della Ratta. An den Feierlichkeiten nahmen auch die Spitzen des Landes, der staatlichen Behörden und der Stadt Bozen teil.

Es ist ein symbolträchtiger Ort, jener vor dem Mehrfamilienhaus des Wohnbauinstituts in der Reschenstraße 80, ein Ort, der von einem der dramatischsten Kapitel des 20. Jahrhunderts zeugt. An diesem Ort befand sich zwischen 1944 und Kriegsende der Eingang zu einem von den Nationalsozialisten betriebenen Durchgangslager. Nach dem Krieg wurde diese Fläche in ein soziales Wohnungsbauprojekt eingegliedert, sodass die historischen Zusammenhänge zusehends in den Hintergrund rückten. Nun hat die Stadt diesen schicksalhaften Ort wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt und in enger Abstimmung mit dem Wohnbauinstitut in eine würdevolle Gedenkstätte verwandelt.

Das Grundstück, das dem Wohnbauinstitut gehört und in der nächsten Zeit auf die Stadt Bozen übergehen wird, wurde in den letzten Monaten aufbereitet und saniert. Dabei ging es weniger um die baulichen Eingriffe an sich, als vielmehr um ein Zeichen des Respekts und eine Maßnahme von tiefer Menschlichkeit. Treibende Kraft dieses Projekts war eine Gruppe von Mieterinnen und Mietern, die entschlossen dafür warben, die historische Dimension dieses Ortes sichtbar zu machen und ihn mit all seiner Symbolik für die Allgemeinheit angemessen aufzubereiten.

Bürgermeister Corrarati und Stadtrat Della Ratta betonten in ihren Ansprachen den Wert dieses Gedenkprojekts und lobten die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Wohnbauinstitut. „Es war unsere gemeinsame Vision, diesen Ort zeitnah in die städtische Gedenkroute zu integrieren, damit die Fläche in die offiziellen Gedenkfeierlichkeiten aufgenommen und der Eingang zum ehemaligen Durchgangslager so aufgewertet werden konnte, wie es seinem historischen Wert angemessen ist.“

Die Präsidentin des Wohnbauinstituts Francesca Tosolini betonte, der Einsatz für dieses Projekt sei ein Akt der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. „Es ging bei diesem Projekt nicht einfach um die Übertragung des Eigentums, sondern vielmehr darum, ein Zeichen zu setzen, damit dieser Ort im kollektiven Gedächtnis unserer Stadt verankert bleibt. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, Teil dieses Projekts sein zu dürfen, über das bereits seit Langem diskutiert wird und das jetzt durch das Engagement der Stadtverwaltung und des zuständigen Stadtrats Claudio Della Ratta in kurzer Zeit umgesetzt werden konnte. Die Sichtbarmachung der geschichtlichen Ereignisse ist eine Antwort auf den Wunsch unserer Mieterinnen und Mieter

nach einer respektvollen Umwandlung einer zu einem Wohnhaus gehörenden Fläche in einen Ort für die Allgemeinheit, der Teil der Geschichte unserer Stadt ist.“

Die Vereinbarung zwischen WOBI und der Stadt Bozen sieht vor, dass die Fläche in Kürze an die Stadt übergeht. Hierfür muss zunächst eine Änderung in den städtebaulichen Planungsunterlagen vorgenommen werden, damit die Fläche in eine Straße oder einen öffentlichen Platz umgewidmet werden kann. Bis es so weit ist, hat das WOBI der Stadt die Fläche kostenlos zur Leihe überlassen. Dadurch konnte heute schon die mehrsprachige Gedenktafel angebracht und enthüllt werden.

Die Verantwortliche des Bozner Stadtarchivs Carla Giacomozzi erinnerte in ihrer Stellungnahme noch einmal an die geschichtlichen Ereignisse und hob die Bedeutung dieses symbolträchtigen Ortes gerade auch mit Blick auf den heutigen Gedenktag hervor.

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Letzter Veröffentlichungstag

27.01.2028

Ultimo aggiornamento

Letzte Änderung: 27.01.2026 16:51

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