Beschreibung
Gedenkfeier in Erinnerung an die Flucht und Vertreibung der italienischsprachigen Bevölkerung aus Istrien und Dalmatien
Am 10. Februar 1947 wurde in Paris der Friedensvertrag unterzeichnet. Der 10. Februar wurde daher zum Tag der Erinnerung an die Flucht und Vertreibung der italienischsprachigen Bevölkerung aus Istrien und Dalmatien ernannt, und heute Vormittag hat in Bozen die offizielle Gedenkfeier stattgefunden. Anwesend waren der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, Regierungskommissar Vito Cusumano, Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, von Zivil- und Militärbehörden, der Vereine „Venezia Giulia e Dalmazia“ und ANPI und der Hinterbliebenenverbände.
Der heutige Gedenktag steht im Zeichen der Erinnerung an die Flucht und Vertreibung der italienischsprachigen Bevölkerung aus Istrien und Dalmatien und an die Opfer der Foibe.
Bürgermeister Caramaschi hat in seiner Ansprache vor allem der menschlichen Tragödien gedacht, die die italienischsprachige Bevölkerung in Istrien und Dalmatien zwischen 1943 und 1947 durchlitten hat. „Die italienische Fahne weht heute auf Halbmast. Sie ist Ausdruck eines unbeschreiblichen Schmerzes, und wir dürfen diese schrecklichen Ereignisse niemals vergessen.” sagte der Bürgermeister. “Der Mensch darf nie Gewalt anwenden. Es gibt keine Rechtfertigung, keine Ideologie, keine ethnischen oder religiösen Unterschiede, die solch barbarische Handlungen gegen einen Mitmenschen rechtfertigen. Die Menschenwürde wurde mit Füßen getreten, und Tausende Menschen wurden in die Tiefe in den Tod gestoßen. Diese schrecklichen Taten dürfen sich nicht mehr wiederholen. Nie, nie wieder.“ betonte Caramaschi. “Daher ist es so wichtig, das Schicksal dieser Menschen und die Geschichte zu kennen. Wir gedenken heute der Leiden vieler Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, die ihr Hab und Gut zurücklassen mussten, die ihre Familien verlassen mussten. Die Flüchtlinge kamen in eine Stadt, die ihnen fremd war, aber Bozen hat ihnen die Hand gereicht. Sie aber haben Bozen viel zurückgegeben und nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung unserer Stadt geleistet. Diese menschlichen Tragödien und dramatischen Ereignisse dürfen nicht vergessen werden. Der heutige Gedenktag und dieser Ort hier bewegt mich jedes Jahr. Es darf keine politische oder ideologische Rechtfertigung geben: Die Gewalt muss aus den Herzen der Menschen verbannt werden.“ sagte der Bürgermeister abschließend.
Vor der Gedenkfeier beim Denkmal auf der Talferpromenade haben Bürgermeister Caramaschi und der Präsident des Stadtviertelrates, Alex Casellano, Blumen am Denkmal für Norma Cossetto niedergelegt, das sich in der nach ihr benannten Passage zwischen der Gutenbergstraße und dem Neubruchweg befindet.