Beschreibung
Der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, die Stadträtin für Kultur der Stadtgemeinde Bozen, Chiara Rabini, und die Präsidentin der Jüdischen Kultusgemeinde in Meran, Elisabetta Rossi Borenstein, haben heute Vormittag (17. Januar 2023) bei einer Pressekonferenz das Programm zum “Tag der Erinnerung 2023” vorgestellt. Es sind verschiedene Gedenk- und Kulturveranstaltungen geplant, die von der Stadt Bozen und verschiedenen Vereinen, Organisationen und Körperschaften organisiert werden, wie Partisanenverein ANPI Bolzano, Controtempo Teatro, Remember Festival, La Strada-Der Weg Villa delle Rose/Rosenbach, Teatro La Ribalta, Teatro Cristallo, TSB, Filmclub, Friedenszentrum, Stadtbibliothek, Landesbibliothek in italienischer Sprache “Claudia Augusta”, Klassisches Lyzeum “G. Carducci“, Verkehrsamt der Stadt Bozen, Nevodrom und Soroptimist.
Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (International Holocaust Remembrance Day) am 27. Januar wurde am 1. November 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.
Bürgermeister Renzo Caramaschi erläuterte das Programm für die Gedenkfeiern am Tag der Erinnerung am 27. Januar 2023: Um 10.00 Uhr findet in der Passage der Erinnerung in der Reschenstraße Nr. 80 eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung für die Internierten des NS-Lagers Bozen und die Holocaustopfer unter den Sinti statt. Um 11.00 Uhr folgt die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Denkmal für die deportierten Juden am Jüdischen Friedhof im Stadtfriedhof in Oberau, bei welcher ein Vertreter/eine Vertreterin der Jüdischen Gemeinde ein Gebet sprechen wird. Um 11.15 Uhr Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Grab von Manlio Longon im Stadtfriedhof in Oberau. Um 11.45 Uhr Gedenkfeier mit Kranzniederlegung an der Gedenkstätte der Deportation in der Pacinottistraße in Bozen. Jugendliche des Jugendzentrums „Rosenbach“ begleiten die Gedenkfeiern mit Lesungen und Musik. Nach den Gedenkfeiern in Bozen fahren die Bürgermeister von Innsbruck, Trient und Bozen nach Trient, wo auch der Opfer des Holocaust gedacht wird.
Am 27. Januar 2023 bietet das Verkehrsamt der Stadt Bozen Führungen an die Orte der Erinnerung in der Stadt Bozen an: Um 10.30 Uhr gibt es eine Führung zu den „Stolpersteinen“. Die Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die in das Trottoir eingelassen wurden, um an die Menschen und Familien zu erinnern, die Opfer des Holocaust wurden. Von 14.00 bis 17.00 Uhr werden alle 30 Minuten Führungen zur Mauer des ehemaligen NS-Durchgangslagers in der Reschenstraße und zur Kirche des Hl. Pius X. angeboten sowie zur Mauer des Lancia-Werks und zum Mignone-Park.
In den kommenden Wochen finden auch zahlreiche Veranstaltungen zur Shoah statt. In der Bozner Stadtgalerie am Dominikanerplatz wurden bereits vergangene Woche zwei Ausstellungen eröffnet: „Menestrella nel Lager – Disegni e filastrocche di Aura Pasa, Bolzano 1944-45” und „The Labyrinths“ von Marian Kolodziej. Die Ausstellungen wurden vom Stadtarchiv Bozen, der Vereinigung ANED, dem Verein ANPI und dem Kulturverein “Franca Turra-Hans Egarter” kuratiert.
Wie jedes Jahr findet auch heuer wieder das „Remember Festival“ statt, das vom Jugendzentrum „Rosenbach“ und dem Verein „La Strada – Der Weg“ organisiert wird und vor allem junge Menschen ansprechen soll. Hier die wichtigsten Termine: am 23.01.23 um 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek ein Vortrag von Hannes Obermair mit dem Titel „Das Dachauer Lager und Südtirol gestern, heute, morgen“; am 23.01.23 um 21.00 Uhr im Waag-Cafè die Veranstaltung „Il nostro Viaggio, la nostra Memoria“: Jugendliche berichten von ihrem Besuch des Konzentrationslagers von Dachau; am 24.01.23 um 18.30 im „Centro Lovera“ ein Vortrag von Paolo Ghezzi über die Weiße Rose von Sophie Scholl; am 25.01.23 besteht von 15.00 bis 19.00 Uhr im Kunst- und Kulturzentrum DRIN die Möglichkeit, bei einem virtuellen Rundgang das Haus von Anne Frank zu besichtigen. Am 25.01.23 wird um 21.00 Uhr im Jugendzentrum „Rosenbach“ der Film „Jojo Rabbit“ gezeigt (in italienischer Sprache). Und am 27.01.23 zeigen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler von „Contratempo“ im Grieser Stadttheater das Stück „Lui, uno di loro“ (um 20.30 Uhr, in italienischer Sprache).
Das Friedenszentrum Bozen organisiert in Zusammenarbeit mit dem Remember Festival und ANPI die Vorstellung des Buches "Chiedimi dove andiamo. Come raccontare Auschwitz ai giovani viaggiando sui treni della Memoria" von Elena Bissaca und Carlo Greppi (Stadtbibliothek, 26.01.23, 18.00 Uhr).
Im Teatro Cristallo zeigt die Theatergruppe „Teatro la Ribalta-Kunst der Vielfalt“ vom 24. bis zum 26.01.23 das Stück „Impronte dell’anima“ mit Beginn um 20.30 Uhr.
Am 25.01.23 findet in der Stadtviertelbibliothek Europa um 18.00 Uhr die Lesung mit Musik von Barbara Gramegna und Elisa Venturin mit dem Titel „Etty e Ilse: la memoria nelle parole“ statt.
Ebenfalls am 25.01.23 wird um 18.00 Uhr in der Landesbibliothek “Claudia Augusta” im Beisein von RA Dr. Arnaldo Loner die „Sammlung Loner“ vorgestellt.
Im Klassischen Lyzeum „G. Carducci“ in der Mancistraße ist am 27.01.23 Frau Prof. Marina Lalatta Costerbosa von der Universität Bologna zu Gast. Der Titel ihres Vortrages ist “Diritto e consenso nelle espressioni più paradossali". Am 07.02.23 folgt dann der Vortrag von Prof. Daniele Menozzi, "Il complotto ebraico: l’archetipo dei complottismi nell’età contemporanea".
Am 28.01.23 findet um 10.00 Uhr im Jugendzentrum “Rosenbach” die Veranstaltung „PORRAJMOS. La memoria negata dello sterminio di Rom e Sinti” mit Dijana Pavlovic statt.
Und schließlich wird am 30.01.23 im Stadtklub in der Weintraubengasse um 20.00 Uhr das Buch "Mörderische Heimat. Verdrängte Lebensgeschichten jüdischer Familien in Bozen und Meran" von Sabine Mayr und Joachim Innerhofer vorgestellt.
Link zum Veranstaltungskalender: