Beschreibung
Heute Vormittag hat der Stadtrat für Sozialpolitik der Stadtgemeinde Bozen, Juri Andriollo auf dem Anita-Pichler-Platz im Stadtviertel Casanova/Kaiserau das Projekt STREETWORK vorgestellt. Es handelt sich um ein Angebot der mobilen Jugendarbeit. Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau von Kontakten zu vorwiegend jungen Menschen durch ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Die Kontaktaufnahme findet dabei im persönlichen Lebensumfeld der Jugendlichen statt. Beim Streetwork geht es darum, den jungen Menschen zuzuhören, ihr Vertrauen zu gewinnen und eine verlässliche Beziehung zu ihnen aufzubauen, damit es gelingen kann, die Bedürfnisse, Wünsche, Belastungen und Verhaltensweisen der Jugendlichen zu verstehen und geeignete Hilfsangebote sowie neue Perspektiven zu entwickeln.
„Warum sind wir heute hier?“ Mit dieser Frage eröffnete Stadtrat Andriollo die Pressekonferenz und fügte dann hinzu: „Weil wir der Meinung sind, dass es sich im Don-Bosco-Viertel, gleich wie in den anderen Stadtvierteln von Bozen, gut leben lässt. Es gibt viel Solidarität und Hilfsbereitschaft, aber auch einige Probleme, die nicht ignoriert werden dürfen, sondern für die eine Lösung gesucht werden muss. Daher sind wir heute hier, um zu zeigen, dass die Gemeinde nicht wegschaut und dass sie helfen möchte. Es gibt ein Netzwerk von Einrichtungen, Ämtern und Organisationen, das aktiv wird, um die Probleme, die hier aufgetreten sind, zu lösen. Das Projekt Streetwork ist Teil dieses Netzwerkes. Es ist ein Projekt von öffentlichen und privaten Organisationen, die mit dem Ziel arbeiteen, dass dieses Stadtviertel weiterhin lebenswert bleibt.“
Zu den Zielen der Initiative gehören die frühzeitige Erkennung von Benachteiligungen, die Eindämmung von fremdgefährdenden Verhaltensweisen sowie die pädagogische Begleitung und gesellschaftliche Eingliederung von starktproblembelasteten Jugendlichen. Dabei arbeiten die Streetworker mit Einrichtungen, lokalen Diensten und den Ordnungskräften zusammen. Ergänzt wird die mobile Jugendarbeit durch weitere Aktivitäten aus der Sozialarbeit, Kunst- und Kreativarbeit und sportliche Tätigkeiten.
Streetworker sind keine Gesetzeshüter und daher nicht für die öffentliche Ordnung zuständig, können aber mit verschiedenen Einrichtungen, Organisationen und den Polizeikräften zusammenarbeiten, um Situationen, die durch junge Menschen mit problembehafteten Verhaltensweisen entstehen, zu entschärfen. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter treffen sich mit den Jugendlichen in deren persönlichem Lebensumfeld. Sie beobachten Entwicklungen aus dem Inneren der Gruppen heraus, behalten neuralgische Stadtbereiche im Blick, organisieren Kreativ- und Sportangebote, Gemeinschaftsprojekte sowie Initiativen zur gemeinsamen Neugestaltung informeller Räume. Außerdem fungieren sie als Mediatorinnen und Mediatoren. Sie bieten individuelle Begleitung und organisieren Aus- und Fortbildungsangebote sowie Workshops für Einzelpersonen und Gruppen.
Das Angebot von StreetworkBZ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 11 und 25 mit selbst- oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen.
Die Streetworker sind immer zu zweit unterwegs. Es sind jeweils mehrere Teams im Einsatz, die das gesamte Stadtgebiet abdecken. Wann und an welchen Orten die Streetworker anzutreffen sind, ist bedarfsabhängig. Grundsätzlich sind sie jedoch zwischen 9.00 und 22.00 Uhr vor Ort. Nach jeder Streetwork-Einheit wird eine Einsatzbericht angefertigt. Einmal im Monat werden die Entwicklungen Stadtviertel für Stadtviertel in einem Entwicklungsbericht festgehalten. Dieser hilft, den konkreten Bedarf der jungen Menschen und auch der Bewohnerinnen und Bewohner ortsspezifisch zu ermitteln.
Wie Licia Manzardo vom BSB, Davide Monti von Volontarius und Stefano Santoro vom Amt für Familie, Frau, Jugend und Sozialförderung auf der Pressekonferenz berichteten, waren in den 3 Monaten des vergangenen Jahres insgesamt 11 Pädagogen/Pädagoginnen und Sozialarbeiter/Sozialarbeiterinnen im Einsatz. Es kam zu insgesamt 144 Treffen und 500 Kontaktaufnahmen. Die Streetworker waren an 16 neuralgischen Punkten im Stadtgebiet präsent. 26 Personen wurden gemeldet, 22 Personen wurden in Begleitprojekte eingebunden.
Um kritische Situationen erfolgreich entschärfen zu können, benötigen die Streetworker auch die Mithilfe der Bevölkerung. Die Streetworker sind über den „StadtSensor“, das Meldeportal der Stadt, oder direkt über die E-Mail-Adresse streetworkbz@volontarius.it erreichbar.