Beschreibung
Am gestrigen Mittwoch fand im Festsaal des Bozner Rathauses eine Tagung zum Thema „selbstbestimmte Lebensführung“ statt. Im Rahmen der Tagung, die von der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem italienischen Verband zur Unterstützung von Menschen mit Muskeldystrophie (UILDM) organisiert worden war, wurde ein neuer Begleitdienst für Menschen mit einer Behinderung vorgestellt, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilie nach ihren eigenen Vorstellungen leben möchten und hierfür nicht in eine öffentliche Wohneinrichtung ziehen wollen.
Die neue Anlaufstelle ist im Rathaus untergebracht. Sie bietet Personen mit einer Beeinträchtigung, die ihr Leben autonom und selbstbestimmt gestalten möchten, Auskunft, Orientierung und Unterstützung. Der Begleitdienst wird in Zusammenarbeit mit der Vereinigung UILDM angeboten.
Die Leiterin des Landesamtes für Menschen mit Behinderung Ute Gebert stellte auf der Tagung, die sich sowohl an Menschen mit einer Beeinträchtigung als auch an ihre Angehörigen und an Vereine für Menschen mit Behinderung richtete, die finanzielle Leistung des Landes zur Förderung selbstbestimmter Lebensentwürfe vor. Wie wichtig diese „Leistung für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“, die im Jahr 2000 vom Landeshauptmann per Dekret (Nr. 30, Art. 25) eingeführt wurde, im alltäglichen Leben ist, schilderte der UILDM-Vorsitzende Stefano Minozzi, der von seinen Erfahrungen erzählte und davon berichtete, wie ihm diese finanzielle Unterstützungsleistung eine selbstbestimmte Lebensgestaltung ermögliche. "Wenn Sie den Wunsch haben, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, eigene Entscheidungen zu treffen und nach Ihrem eigenen Rhythmus zu leben, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Und auf diesem Weg sind Sie nicht allein“, so Minozzi.
Der „Begleitdienst Selbstbestimmt Leben“ ist ein Pilotprojekt, das von der Vereinigung UILDM im Auftrag der Stadt durchgeführt wird. An diese Anlaufstelle kann sich wenden, wer sich über die hierfür bereitstehenden Fördermittel informieren möchte oder Hilfe bei der Beantragung der Leistung und bei der Umsetzung der eigenen Vorstellungen benötigt. Darüber hinaus bietet der Begleitdienst Beratung bei der Suche nach Assistenzkräften und bei der Bewältigung der bürokratischen Auflagen im Zusammenhang mit der Personaleinstellung. Gemeinsam mit dem Landesamt und den Sozialsprengeln arbeitet die Anlaufstelle daran, Hürden beim Zugang zur finanziellen Leistung abzubauen und Anspruchsberechtigten die Nutzung der bereitgestellten Gelder zu erleichtern.
Ulrich Seitz, der vormalige Beauftragte des Gemeinderates für die Belange von Menschen mit Behinderung und Mitglied des Gemeindebeirats, betonte, wie wichtig die Teamarbeit innerhalb des Beirats sei, denn es habe sich gezeigt, dass der Informationsbedarf zu administrativen Themen in den letzten Jahren – bedingt durch zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung – stetig zunehme. „Aus diesem Grund befürwortet der Beirat für Menschen mit Behinderung zusätzliche Beratungsangebote, so auch dieses.“
Carlo Alberto Librera, der Direktor der städtischen Abteilung für Soziales, betonte das Engagement der Stadtverwaltung für eine umfassende Inklusion und konkrete Unterstützung
von Menschen mit einer Beeinträchtigung, damit diese ihr Leben aktiv und eigenmächtig gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.