Beschreibung
Heute Morgen haben die Stadt Bozen und SEAB im Bozner Rathaus offiziell die Sensibilisierungskampagne „Saubere Stadt“ vorgestellt. Sie soll die illegale Müllablagerung wirksamer bekämpfen und das Stadtbild in allen Stadtvierteln verbessern.
„Die Initiative“, betonten Bürgermeister Claudio Corrarati und Umweltstadtrat Marco Caruso, „entsteht in einem Umfeld, das ein stetig wachsendes Engagement erfordert.“ Im Jahr 2024 wurden rund 1.600 Bußgelder wegen illegaler Müllablagerung verhängt, davon mindestens ein Drittel aufgrund des sogenannten „Müll-Pendelns“. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2025 ist ein Anstieg dieses Phänomens zu beobachten, trotz der Verdoppelung der Geldbußen (jetzt 200 Euro für Privathaushalte, 400 Euro für Unternehmen). Die Müllablagerung verursacht der SEAB jährlich zusätzliche Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro für Sammlung und Entsorgung der unsachgemäß abgelagerten Abfälle. Parallel dazu wurden die Sammelmaßnahmen intensiviert, mit gezielteren Aktionen in besonders betroffenen Gebieten. Doch dies – so die Verwaltung – reicht nicht aus.
Bürgermeister Claudio Corrarati hob die Bedeutung einer koordinierten Strategie hervor: „Diese Kampagne entsteht aus den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger und unserem täglichen Engagement für eine sauberere, geordnete und sicherere Stadt. Wir wollen nicht nur informieren, sondern die tägliche Arbeit sichtbar machen, die wir gemeinsam mit SEAB leisten – von Kontrollen über Investitionen bis hin zu neuen Technologien. Die Daten zu Bußgeldern und Kosten zeigen, dass die Herausforderung groß ist, aber auch, dass Bozen bereit ist, einen Schritt in Richtung kollektiver Verantwortung zu gehen. Wir sind entschlossen, jedes hilfreiche Instrument zu stärken.“
Umweltstadtrat Marco Caruso unterstrich, dass die Kampagne Teil eines umfassenderen Ansatzes ist: „Wir verstärken die Kontrollen und sind bereit, sie bei Bedarf noch strenger durchzuführen. Gleichzeitig investieren wir weiterhin in die Optimierung der SEAB-Dienste, die heute dank erweiterter Sammlung und neuer technologischer Überwachungssysteme noch strukturierter arbeiten. Die eigentliche Wende erfolgt jedoch, wenn die Bürgerinnen und Bürger diese Verantwortung als eigene verstehen: Deshalb setzen wir stark auf Sensibilisierung, die alle Menschen in allen Stadtvierteln und allen in der Stadt vertretenen Sprachen erreichen muss.“
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem sogenannten „Müll-Pendeln“, bei dem Bürger aus anderen Gemeinden illegal ihren Müll in Bozen entsorgen. Zur Bekämpfung dieses Verhaltens hat die Stadt das Netz der Überwachungskameras (12 Stück) und die Arbeit der Umweltwachen deutlich verstärkt. Die Verwaltung bekräftigte ihre politische Absicht, Kontrollen und Bußgelder weiter zu verschärfen, um die urbane Qualität und die Einhaltung der Regeln durch die gesamte Gemeinschaft zu sichern.
Die Kampagne „Saubere Stadt“ wird durch eine Reihe von Videos umgesetzt, die auch mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt wurden: Protagonisten sind Avatare, die auf echten SEAB-Mitarbeitenden basieren, die täglich in der Müllsammlung und Straßenreinigung tätig sind. Die digitalen Inhalte werden sofort über die Online-Kanäle verbreitet, während die Offline-Komponente nach der Feiertagszeit startet.
SEAB-Präsident Kilian Bedin betonte die zentrale Bedeutung der Zusammenarbeit: „Das System funktioniert nur, wenn die Bürgerinnen und Bürger es respektieren. Stadt und SEAB investieren Ressourcen, Fahrzeuge und Personal, um die Qualität des Dienstes hoch zu halten, doch ohne die Mitarbeit der Bevölkerung kann jede Anstrengung wirkungslos bleiben. Diese Kampagne soll verdeutlichen, dass städtische Sauberkeit ein gemeinschaftliches Ergebnis ist, keine delegierte Aufgabe.“
SEAB-Generaldirektor Matthias Fulterer erläuterte das Kommunikationskonzept im Detail und stellte die Videos vor, die in sieben Sprachen produziert wurden – Italienisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch und Chinesisch – um alle in der Stadt vertretenen Gemeinschaften effektiv zu erreichen. Die Kampagne wird im gesamten Stadtgebiet von Bozen aktiv sein, mit Inhalten und gezielten Maßnahmen für die verschiedenen Stadtviertel.
An der Pressekonferenz nahm auch Renato Spazzini, Direktor des Umweltamtes der Stadt Bozen, teil.