Beschreibung
Heute Abend um 18.30 Uhr findet auf dem Anita-Pichler-Platz im Herzen des Bozner Stadtteils Kaiserau auf Initiative des Bürgermeisters und des Stadtrates eine öffentliche Solidaritätskundgebung statt - ein Ausdruck des Mitgefühls mit der jungen Frau, die am vergangenen Freitagabend an einer Bushaltestelle sexuell belästigt wurde. Es soll ein Moment des Innehaltens werden, eine Gelegenheit, gemeinsam über das Problem der Gewalt an Frauen nachzudenken, die trotz aller Bemühungen und Sensibilisierungsmaßnahmen durch die Behörden wie auch durch Frauenvereine leider nicht nachlässt.
Bozens Stadtregierung hat sich heute Vormittag, angeführt von Bürgermeister Renzo Caramaschi, vollzählig vor Ort zusammengefunden, um den sexuellen Übergriff aufs Schärfste zu verurteilen, aber auch um zu betonen, dass diese schreckliche Tat – wie auch jene vom vergangenen August, die im Übrigen von einem Bozner verübt worden war – tiefe Spuren in der Stadt und bei den Menschen hinterlassen wird.
„Dieser Vorfall nimmt uns alle sehr mit“, sagte Bürgermeister Caramaschi. „Wir verurteilen und ächten diese Tat aufs Schärfste. Sie trifft uns als Stadt und als Gemeinschaft im tiefsten Inneren. Doch jenseits aller Worte und auch der konkreten Hilfe, die wir als Stadt der jungen Frau und ihrer Familie anbieten werden, wollen wir an dieser Stelle auch die Abwertung und Geringschätzung von Frauen anprangern, die diesen Taten zugrunde liegt. Diese Männer haben keinerlei Respekt und keine Achtung vor der Würde anderer Menschen. „Verhaltensweisen wie diese zeigen auf dramatische Weise den moralischen und teilweise auch kulturellen Verfall in unserer modernen Gesellschaft,“ so der Bürgermeister im Namen der gesamten Stadtregierung. „Unsere Gesellschaft muss sich weiterentwickeln, durch mehr Bildung, mehr Achtsamkeit und verstärkte kulturelle Initiativen in allen Stadtvierteln, denn dies ist auch und vor allem ein Bildungsproblem.“
SOLIDARITÄTSKUNDGEBUNG MONTAG, 28. OKTOBER, 18.30 UHR, ANITA-PICHLER-PLATZ, KAISERAU