Beschreibung
Die Stadt Bozen unterstützt und fördert über das Ressort für Chancengleichheit Projekte zur Stärkung von Frauen in der Gesellschaft. Heute Vormittag stellte Bozens Gleichstellungsstadträtin Chiara Rabini auf einer Pressekonferenz Initiativen vor, die die Mobilität, die Sicherheit und die Gesundheit von Frauen stärken sollen.
Im Mittelpunkt standen die Verkehrsangebote FRAUENTAXI und SOS-TAXI, eine Ausschreibung zum Thema „(UN)SICHERHEIT“ von Frauen im öffentlichen Raum sowie der Beitritt der Stadt zur „TAMPONSTEUER-INITIATIVE“, in deren Rahmen die Stadtapotheken Nachlässe auf Damenhygieneartikel im Umfang der darauf anfallenden Mehrwertsteuer gewähren. An der Pressekonferenz nahmen neben Stadträtin Rabini auch Stefania Baroncelli (stellvertretende Vorsitzende der städtischen Kommission für Chancengleichheit), die Gemeinderätin Barbara Pegoraro sowie Alda Picone als externes Mitglied der Kommission für Chancengleichheit teil.
Auf seiner gestrigen Sitzung genehmigte Bozens Stadtrat eine Ausschreibungsbekanntmachung zum Thema (Un)Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum. Diese Ausschreibung richtet sich an lokale Vereine und Organisationen, die bereits auf diesem Gebiet tätig sind und innovative Projekte zum Thema Sicherheit für Frauen im Stadtgebiet vorlegen können. Der Schwerpunkt liegt auf den Themen Prävention und Bewusstseinsbildung, Wahrnehmung des Stadtraums aus der Perspektive von Frauen, Sensibilisierung von Männern, Aufwertung, Zurückeroberung und Nutzung des öffentlichen Raums sowie Stärkung, Unterstützung und Sicherheit von Frauen. Das Siegerprojekt wird mit bis zu 8.000 Euro gefördert. Insgesamt übernimmt die Stadt 80% der Projektkosten. Letzter Termin für die Einreichung von Projektvorschlägen ist der 28. Februar. Die Ausschreibungsbekanntmachung ist über die Website der Stadt Bozen abrufbar.
Des Weiteren wurden die Ergebnisse der von der Kommission für Chancengleichheit veranstalteten Bürgerinnendialogs zu Themen, die für Frauen von besonderem Interesse sind, vorgestellt. Insgesamt wurden rund einhundert Vorschläge eingebracht. Mehr als die Hälfte davon betraf das Thema Sicherheit. So wünschten sich die Teilnehmerinnen etwa mehr Schutz in als gefährlich empfundenen Stadtbereichen, etwa am Bahnhof in den Abendstunden oder in einigen Bereichen der Industriezone. Gefordert wurden überdies besser beleuchtete und sichere Bushaltestellen, aber auch zusätzliche Maßnahmen, die es Frauen ermöglichen, sich frei und ohne Angst im öffentlichen Raum zu bewegen, sowie sichere Begegnungsorte, bessere Busverbindungen, eine frauengerechtere Stadtplanung, eine Frauennotrufnummer sowie Abendbusse nur für Frauen, die etwa die Universität mit Bozen Süd verbinden.
Des Weiteren wurde das städtische Taxiangebot nur für Frauen vorgestellt. Das „Frauentaxi“ ist für Frauen ab 16 Jahren gedacht, die in Bozen wohnhaft sind und sich registriert haben. Ihnen werden bei einer Taxifahrt im Stadtgebiet zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens pro Fahrt 5 Euro zurückerstattet. Für ein Jahr stehen den Frauen 50 Gutscheine zur Verfügung. Seit dem 1. Januar gibt es zudem eine wichtige Neuerung: Junge Frauen zwischen 16 und 25 Jahren, die für das „Fauentaxi“ registriert sind und allein oder mit einer in etwa gleich alten weiblichen Begleitperson unterwegs sind, können einmal jährlich ein „SOS-Taxi“ anfordert, wenn sie sich in einer offensichtlichen Notlage befinden. Das SOS-Taxi fährt die Frau zu ihrer Wohnung im Stadtgebiet oder zu einer Notfalleinrichtung. 2024 registrierten sich 645 Frauen für das Frauentaxi. Am besten kommt das Angebot bei der Altersgruppe der 51 bis 60-Jährigen an (168).
Und auch die Initiative „Sichere Orte für Frauen“ ist sehr erfolgreich angelaufen: Sichere Orte, das sind Geschäfte und Apotheken, in denen Frauen um Hilfe bitten oder in einer Notlage Zuflucht finden können. Dabei genügt es, kurz die Situation zu schildern, um Hilfe zu erhalten. Derzeit ist eine Schulung für Verkaufspersonal und Ladenbetreiber bzw. Ladenbetreiberinnen in Ausarbeitung, damit diese ihre Aufgabe, ein sicherer Ort für Frauen zu sein, bestmöglich wahrnehmen können.
In diesem Jahr nehmen Bozens Stadtapotheken auch wieder an der „Tamponsteuer-Initiative“ teil. Im Rahmen der Initiative gewähren die Stadtapotheken Nachlässe auf Damenhygieneartikel in Höhe der darauf anfallenden Mehrwertsteuer (10 %).