Beschreibung
Freitag Vormittag wurde im Rathaus die europaweite Kampagne Il mio tempo conta – MyTimeMatters – Meine Zeit zählt vorgestellt. Es handelt sich um eine Initiative des Netzwerkes “Local and Regional Governments Time Network”, dem die Stadt Bozen seit 2021 angehört. Die Sensibilisierungskampagne startet am Montag, 11. Mai 2026 und setzt den Fokus auf den Wert der Zeit im Alltag, auf die Notwendigkeit einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Lebenszeit und auf die Notwendigkeit, dass Städte sich an die Bedürfnisse ihrer Bewohnerinnen und Bewohnern anpassen.
Die Kampagne wurde vom Stadtrat für Zeitpolitik, Claudio Della Ratta, von der Direktorin des Amtes für die Zeiten der Stadt, Sylvia Profanter, und der Projektleiterin Noemi Alfi vorgestellt.
“Zeit ist ein unsichtbares, aber essenzielles Recht. Zeit ist die Struktur in unserem Alltag, von dem Augenblick, in dem wir in der Früh aufwachen bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir schlafen gehen.“ erklärte Stadtrat Della Ratta. „In Europa ist Zeitnot eines der größten Probleme für die Menschen. Immer mehr Menschen sagen, dass sie nicht genug Zeit zu haben oder dass sie ständig der Zeit hinterherlaufen. Daher muss die Zeitpolitik neue Strategien entwickeln, denn sie können dabei helfen, dass die Stadt als Ganzes besser funktioniert, dass die Dienste an die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden angepasst sind, dass es ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben gibt. Alle diese Faktoren wirken sich ja auch auf die Lebensqualität aus.“
Bozen war eine der ersten Städte in Italien und Europa, die sich mit dem Thema „Zeit“ befasst hat. Bereits in den 1990er Jahren gab es die ersten Maßnahmen, und ab 1993 wurden gezielte Projekte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Organisation der Dienste und die Förderung des Wohlbefindens entwickelt.
Eine besondere Rolle kommt Bozen auch im internationalen Netzwerk "Local and Regional Governments Time Network” zu. Zu diesem Netzwerk haben sich 48 Städte, Regionen und Organisationen zusammengeschlossen, vor allem in Europa und in Südamerika. Ihr gemeinsames Ziel ist die Förderung des Rechts auf Zeit. Die Partner des Netzwerkes tauschen sich regelmäßig aus und entwickeln gemeinsam innovative Projekte im Bereich der Zeitpolitik.
Stadtrat Della Ratta erklärte, dass Bozen sich auch an den Projekten Time4All und Time4All2.0 beteiligt. Es handelt sich um europaweite Projekte, die es ermöglichen, den Blick von außen auf unsere Stadt zu werfen und gemeinsam mit den Partnern Lösungen zu erarbeiten, bei denen das Wohlbefinden der Bevölkerung im Mittelpunkt steht.
Und hier reiht sich die Kampagne Meine Zeit zählt ein. Mit dieser Kampagne möchte die Gemeindeverwaltung die Bürgerinnen und Bürger dafür sensibilisieren, wie wichtig Zeit ist, denn Zeit ist die Ressource unseres Alltags. Anhand von Daten, Bildern und Informationen wird verdeutlicht, wie durch eine bessere Organisation der Stadt, der Dienste und des urbanen Raumes auch die Lebensqualität eines jeden Einzelnen verbessert wird. Die bevorzugten Kommunikationskanäle der Kampagne sind die Instagram-Seite der Gemeindeverwaltung, Facebook, andere soziale Medien und die Website der Stadt Bozen. Die Inhalte werden auch von den anderen Städten und Organisationen geteilt, die zum Netzwerk gehören. Das schafft eine große Sichtbarkeit und Reichweite.
Während Frau Alfi die Bilder und Inhalte der Kampagne vorgestellt hat, hat Frau Profanter die Projekte aufgezählt, die die Gemeindeverwaltung in Bezug auf die Zeitpolitik bereits verwirklicht hat. Einige Beispiele: Betreuung während des Mensadienstes, der Pedibus, der Schülerlotsendienst und offene Schulhöfe – alle diese Maßnahmen unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Digitalisierung der Dienste, das Smartworking und flexible Arbeitszeiten für die Angestellten, der DigiPoint und die Neugestaltung der Öffnungszeiten der Gemeindeämter sind Projekte, die unter das Kapitel „Zeitpolitik“ fallen. Ein weiters Projekt ist “Die Stadt in 10 Minuten”: Zentrale Aspekte dieses Projektes sind die kurzen Wege, die wohnortnahen Dienste, die nachhaltige Mobilität, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, des Fahrrades und der Fußgängerwege und die aktive Teilnahme der Bevölkerung.