Beschreibung
Die Regionale Museumsverwaltung des Veneto (“Direzione Regionale Musei Nazionali Veneto”), vertreten durch die wissenschaftliche Leiterin, Frau Arch. Chiara Matteazzi, hat angekündigt, dass in Zusammenarbeit mit Arch. Cesare Crova vom Institut für Restaurierungen „Istituto Centrale per il Restauro – ICR“ und Prof. Paolo Faccio, Direktor der Fachschule „Scuola di Specializzazione in Beni Architettonici e del Paesaggio dello IUAV di Venezia”, ein Projekt für die Analyse, Erhaltung und Konsolidierung des Siegesdenkmals von Bozen umgesetzt wird.
Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen der Regionalen Museumsverwaltung des Veneto und dem ICR. Das Ziel des Projekts ist der Schutz des historischen, kunsthistorischen und architektonischen Baudenkmals unter Anwendung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und moderner Konservierungsmethoden.
Die Idee für die Zusammenarbeit war nach Abschluss der Untersuchungen entstanden, die 2021 am Siegesdenkmal durchgeführt worden waren. Das vorgestellte Projekt umfasst verschiedene Projektphasen: Nach der Sichtung der historischen Dokumente und der Unterlagen über die Planung des Bauwerks wird ein digitales, dreidimensionales Modell gefertigt, ein sogenanntes „Digital Twin“, das auch alle Informationen über die Materialien, die Strukturen und den Erhaltungszustand des Bauwerks umfasst. Anhand dieses digitalen Modells kann dann die Entstehungsgeschichte rekonstruiert, der heutige Zustand des Siegesdenkmals bewertet und sein Erhaltungszustand überwacht werden, ohne Proben vom Bauwerk nehmen zu müssen. Besonders aufmerksam überwacht werden Klüfte und Sprünge, und hier wird untersucht, inwieweit die Feuchtigkeit und die Verschlechterung des Materials eine Rolle spielen. Es wird auch ein Überwachungsprogramm entwickelt, das sich auf digitale Instrumente und hochentwickelte Sensoren stützt, um Wartungseingriffe planen und Schäden eventuell vorhersehen zu können. Die Eingriffe am Baudenkmal werden so wenig invasiv als möglich sein, um die Auswirkungen für das Baudenkmal und die Umwelt weitestgehend reduzieren zu können.
Das Projekt ist interdisziplinär aufgebaut und vereint traditionelle Erhebungsmethoden mit innovativen Techniken. Es werden Laserscanner, Photogrammetrie und operative Modalanalyse eingesetzt. Die vielen Daten, die auf diese Weise über das Bauwerk gesammelt werden, vergrößern das Wissen über die Entstehung, die Baugeschichte und den Erhaltungszustand des Siegesdenkmals.
„Dieser Eingriff ist ein wichtiger Schritt, um das Siegesdenkmal zu erhalten, nicht nur als historisches Denkmal, sondern auch als Ort der Geschichte, der Kultur und der Forschung.“ sagte Daniele Ferrara, der Leiter der Regionalen Museumsverwaltung des Veneto. „Es ist
der Zusammenarbeit mit dem Institut für Restaurierungen ICR und den Fachleuten zu verdanken, dass wir ein innovatives Eingriffsmodell entwickeln konnten, das auch auf andere, komplexe Baudenkmäler in Italien übertragen werden kann.“
Auch der Bürgermeister von Bozen Claudio Corrarati zeigte sich erfreut über das Projekt. „Ich freue mich sehr über diese Nachricht. Das Siegesdenkmal ist ein architektonisch und historisch wichtiges Bauwerk. Mit diesem Projekt wird nicht nur sein Erhaltungszustand überwacht, sondern es wird auch zu einem gemeinsamen Ort der Erinnerung und des kulturellen Dialogs. Es ist wichtig, dass lokale und nationale Behörden zusammenarbeiten, um Bauwerke dieser Art zu erhalten und für alle zugänglich zu machen.“ sagte der Bürgermeister.
Die Stadtgemeinde Bozen war beim Lokalaugenschein durch die Direktorin der Abteilung für Kulturgüter, Anna Vittorio vertreten. Sie wird die Projektphasen begleiten und hat die uneingeschränkte Mitarbeit der Gemeindeverwaltung zugesichert.
Die Regionale Museumsverwaltung des Veneto zeigt mit diesem Projekt, dass sie sich um den Erhalt des kulturellen Erbes bemüht und Synergien zwischen Forschung, technologischer Innovation und Umsichtigkeit bei den Eingriffen nutzen wird. (mp/mm)