Beschreibung
Bürgermeister Caramaschi präsentierte heute im Zuge einer Pressekonferenz gemeinsam mit Bozens Stadtkämmerer Fabio Bovolon die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Haushalt des vergangenen Jahres, der heute Vormittag vom Stadtrat genehmigt wurde und jetzt in den zuständigen Ratskommissionen beraten wird, bevor im April der Gemeinderat darüber befindet.
Das Jahr 2022 war geprägt von einem explosionsartigen Anstieg der Energiepreise und der damit einhergehenden Verteuerung einer ganzen Reihe von Investitionsvorhaben und Dienstleistungen. Trotzdem sei es der Finanzabteilung der Stadt gelungen, den Haushalt auf solide finanzielle Beine zu stellen und eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen, bei der auch die Investitionen nicht zu kurz kamen.
Insgesamt beliefen sich die Ausgaben der Stadt 2022 auf 303 Mio. Euro. Das entspricht 2.800 Euro je Einwohner. Allein die laufenden Ausgaben machten mit 204 Mio. rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus. Das entspricht einem Betrag von 1.903 Euro pro Person. Die laufenden Ausgaben anderer italienischer Städte vergleichbarer Größe lagen im letzten Jahr mit durchschnittlich 713 Euro je Einwohner deutlich darunter. Der Unterschied rühre vor allem daher, so Bürgermeister Caramaschi, dass Bozen seinen Bürgerinnen und Bürgern mehr und umfangreichere Dienstleistungen biete als andere Städte.
Die Investitionsausgaben lagen 2022 bei 62 Mio. Euro und damit bei 581 Euro je Einwohner. Städte vergleichbarer Größe gaben durchschnittlich nur 197 Euro für Investitionsvorhaben aus. Bozen investierte 2022 vor allem in neue Verkehrslösungen, aber auch in Schule und Bildung, in Umweltprojekte und die Sicherung des Stadtgebiets sowie in die Unterstützung des Sozialsystems.
Trotz der wirtschaftlich schwierigen Gesamtlage konnte die Stadt im vergangenen Jahr einen Haushaltsüberschuss in Höhe von 196 Mio. Euro erwirtschaften. Dieser setzt sich aus Geldern zusammen, die bereits für bestimmte Investitionsvorhaben oder Sozialleistungen zurückgelegt oder zweckgebunden sind (136 Mio.), und aus frei verfügbaren Summen, die aufgrund von Ausgabenkürzungen oder Mehreinnahmen gebildet werden konnten. Diese Summen, die sich auf rund 60 Mio. Euro belaufen, sind an keine Ausgaben gebunden und damit im laufenden Jahr für neue Investitionen einsetzbar. Keine andere Stadt vergleichbarer Größe hat einen ähnlich hohen Anteil an frei verfügbaren Summen wie Bozen.
Auch bei der Verschuldung und bei der Zahlungsmoral ist Bozen vorbildlich unterwegs. Nicht nur ist die Stadt aufgrund der frühzeitigen Tilgung aller Darlehen seit 2016 schuldenfrei. Sie zahlt auch ihre Rechnungen durchschnittlich nach 18 Tagen (italienweiter Durchschnitt: 55 Tage) und damit 18 Tage vor Fälligkeit. Andere Städte vergleichbarer Größe lassen sich deutlich mehr Zeit und zahlen ihre Rechnungen durchschnittlich erst 7 Tage nach der Fälligkeit. 2022 wurden 97 % der Rechnungen fristgerecht beglichen (italienweit: 70%).
Die Einnahmen der Verwaltung bestehen hauptsächlich aus den Steuern der privaten Haushalte und Unternehmen (50,9 Mio.) und anderweitigen Einnahmen wie Gebühren, Bußgelder und Dividenden (53,7 Mio.) sowie aus Transferleistungen des Landes (113 Mio.). Die staatlichen Zuschüsse betrugen 2022 rund 8 Mio. Euro.
„Die Zahlen zeugen von einer soliden Haushaltsführung“, so Bürgermeister Caramaschi. „Die gesamte Stadtverwaltung zeichnet sich dadurch aus, dass sie die vorhandenen Mittel verantwortungsbewusst und mit Bedacht einsetzt. Alle Maßnahmen sind die Folge reflektierter, abgewogener Entscheidungen. Andere Städte beneiden uns um unsere Finanzkraft, auch wenn unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sich vielleicht noch mehr und noch bessere Leistungen wünschen.“