Beschreibung
Hundert Jahre sind seit dem Tag vergangen, an dem Giacomo Matteotti sein Leben im Namen des Rechts auf freie Wahlen und ein demokratisches Land geopfert hat. Ein Jahrestag, der nicht in Vergessenheit geraten darf und den die Stadt Bozen mit einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm gedenken möchte.
Veranstaltungsprogramm - Herbst 2024
4. Oktober - 7. November, Stadtgalerie Bozen: "Giacomo Matteotti. Portrait und Bilder" eine Ausstellung der Stiftung für historische Studien "Filippo Turati" (Die Ausstellung wird am 3. Oktober um 18:30 Uhr eröffnet)
16. Oktober, 15:00 - 18:00 Uhr, Freie Universität Bozen: "Matteotti zwischen den Grenzen: ein Studientag"
-->> Anmeldung zum Studientag (bis zum 14. Oktober 2024)
31. Oktober, 20:30 Uhr, Teatro Studio Stadttheater: Theateraufführung "Matteotti (Anatomia di un fascismo)" mit Ottavia Piccolo, Text Stefano Massini, Musik: Solisten des Multiethnisches Orchester von Arezzo (Stadttheater, Verdiplatz 40, Bozen).
Ausstellung "Giacomo Matteotti. Portrait und Bilder" in der Stadtgalerie am Dominikanerplatz in Bozen
Vom 4. Oktober bis 7. November 2024 findet in der Stadtgalerie am Dominikanerplatz in Bozen die Ausstellung “Giacomo Matteotti. Portrait und Bilder” statt. Die Ausstellung wurde von der Stiftung “Fondazione di Studi storici “Filippo Turati” zur Verfügung gestellt. Sie wird von der Stadt Bozen organisiert und steht unter der Schirmherrschaft des Italienischen Komitees für die Feierlichkeiten anlässlich des 100. Todestages von Giacomo Matteotti sowie des Präsidiums des Ministerrates.
In zahlreichen Bildern und Fotografien werden das Leben und Wirken von Giacomo Matteotti gezeigt. Neben dem Politiker bietet die Ausstellung auch Einblicke in das Familienleben Matteottis, und zeichnet ihn als einen feinfühligen Mann, der mit einem bewunderswerten Fleiß und einer unbeugsamen Zielstrebigkeit seine politischen Ziele verfolgte. Matteotti engagierte sich für die Anliegen der Bauern und Arbeiter und unterstützte die Gründung von Arbeiterbewegungen und Genossenschaften. Er war Gemeinderat, Bürgermeister, Sekretär der sozialistischen Partei und Abgeordneter im Parlament, wo er seinen Widerstand gegen den Faschismus offen kundtat.
Bereits in der Vorbereitungsphase der Ausstellung wurden einige Schulklassen von Bozner Mittel- und Oberschulen beauftragt, die Ausstellung mitzugestalten. Schülerinnen und Schüler des italienischen Klassischen Lyzeums und Sprachengymnasiums „Giosuè Carducci“, des italienischen Sozialwissenschaftlichen, Kunst- und Musikgymnasiums „Giovanni Pascoli“ und der Mittelschule „Enrico Fermi“ haben sich eingehend mit dem Leben von Giacomo Matteotti auseinandergesetzt und werden die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung führen. Die Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung „Social Media Marketing“ der Oberschule „Claudia de’ Medici“ betreuen hingegen den Online-Auftritt der Ausstellung.
Die Ausstellung „Giacomo Matteotti. Portrait und Bilder“ wird am 3. Oktober 2024 um 18.30 Uhr im Beisein von Prof. Maurizio Degl’Innocenti eröffnet. Prof. Degl’Innocenti ist der Kurator der Ausstellung und Präsident des Italienischen Komitees für die Feierlichkeiten anlässlich des 100. Todestages von Giacomo Matteotti.
Giacomo Matteotti - “Portrait und Bilder”. 4.10. – 7.11.2024 Stadtgalerie am Dominikanerplatz in Bozen.
Giacomo Matteotti - 100 Jahre danach Studientagung Im Rahmen der Initiativen zum Gedenktag von Giacomo Matteotti veranstalten die Stadt Bozen und die Freie Universität Bozen am 16. Oktober 2024 einen Studientag zum Thema "Matteotti zwischen den Grenzen". Der Studientag wird sich auf weniger bekannte Themen, der an Giacomo Matteottis gewidmeten Geschichts-schreibung konzentrieren. Vier Vorträge behandeln Themenbereiche, die das Südtiroler Territorium betreffen: Matteottis Überlegungen zum Thema der territorialen Autonomie und die Stellungnahme von Matteotti und den Sozialisten angesichts einer möglichen Annektierung der ‚neuen Provinzen, nach dem Ersten Weltkrieg, an Italien. Außerdem wird über die Wahrnehmung der Figur Matteottis im deutschsprachigen Raum diskutiert und über die Entscheidung, in den 1920er Jahren in Wien eine Sozialwohnanlage der Person Matteotti zu widmen. Seitens des faschistischen Italiens wurde dies als Affront wahrgenommen. Gleichzeitig gilt dies als Beispiel über sein Ansehen im Ausland, nach seiner Ermordung. Bis zum 7. November 2024 ist in der Stadtgalerie Bozen die Ausstellung "Giacomo Matteotti - Portrait in Bildern" zu sehen, die von der Gemeinde Bozen im Auftrag der Stiftung für historische Studien "Filippo Turati" gefördert wird und eine originelle Neuinterpretation des menschlichen und politischen Lebens von Giacomo Matteotti bietet.