Beschreibung
Heute vor 23 Jahren kam der Staatsanwalt Giovanni Falcone bei einem Bombenattentat der Mafia ums Leben. Aus diesem Anlass fand heute vor dem Bozner Landesgericht in der Duca-d‘-Aosta-Straße eine Gedenkfeier zu Ehren der beiden Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, ihrer Leibwächter und aller unschuldigen Opfer der organisierten Kriminalität statt.
An den Feierlichkeiten vor der Gedenktafel, die in Erinnerung an Falcone und Borsellino in der Duca-d’Aosta-Straße angebracht worden war, nahmen neben Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati auch Regierungskommissar Vito Cusumano, die Gerichtspräsidentin Francesca Bortolotti, der Vorsitzende der Partisanenvereinigung ANPI Guido Margheri sowie führende Vertreterinnen und Vertreter lokaler und staatlicher Behörden, von Zivilgesellschaft, Politik und Streitkräften teil.
Als Zeichen des Respekts begann die Gedenkfeier genau um 17.58 Uhr. Um diese Uhrzeit kam es am 23. Mai 1992 zur tödlichen Explosion auf der Straße nach Capaci. Bei dem Anschlag starben neben Richter Falcone auch seine Frau Francesca Morvillo und die drei Leibwächster Vito Schifani, Rocco Dicillo und Antonio Montinaro. Nur Wochen später, am 19. Juli 1992, fiel mit Paolo Borsellino ein weiterer Mafia-Staatsanwalt einem Bombenattentat der Mafia zum Opfer. Mit ihm starben seine Leibwächter Agostino Catalano, Emanuela Loi, Vincenzo Li Muli, Walter Eddie Cosina und Claudio Traina.
In seiner Ansprache brachte Bürgermeister Corrarati seine große Wertschätzung und Dankbarkeit für Giovanni Falcone und Paolo Borsellino zum Ausdruck. Er erinnerte an ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihren unermüdlichen Kampf gegen die Mafia und das organisierte Verbrechen. Das Wertegerüst und das moralische Vermächtnis, das sie hinterlassen haben, müsse der Kompass für unsere Gesellschaft sein und bleibe unvergessen, so Corrarati. Das Wirken von Falcone und Borsellino müsse uns allen ein Auftrag sein, für die Bürgerinnen und Bürger wie für die Institutionen. Dementsprechend gelte es auch weiterhin, entschlossen gegen alle Formen des organisierten Verbrechens vorzugehen, die Gesetzmäßigkeit durchzusetzen und achtsam zu sein, damit die Opfer derer, die ihr Leben im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verloren haben, nicht umsonst waren. „Wir dürfen in unserem Bemühen um die Rechtsstaatlichkeit niemals nachlassen, sondern müssen weiterhin konsequent sein in unserem Handeln, jeden Tag.“
Die heutige Gedenkfeier war zugleich der erste offizielle Termin für den neu gewählten Bürgermeister. Dass dieser erste Auftritt auf einen so wichtigen Tag fällt, an dem all jener gedacht wird, die ihren Einsatz für den Rechtsstaat, die Sicherheit und die Gesetzmäßigkeit mit ihrem Leben bezahlten, hatte hohen Symbolcharakter, zumal Bürgermeister Corrarati eben diese Prinzipien zur Richtschnur des Verwaltungs- und Regierungshandeln erklärt hat.