Feierliches Gedenken an Giacomo Matteotti

102 Jahre nach seiner Ermordung erinnerten Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft an Giacomo Matteottis Kampf für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie
Veröffentlichungsdatum:

10.06.2026

Themen

Kategorie

  • Pressemitteilung
© mp - Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)

Beschreibung

Heute vor 102 Jahren starb Giacomo Matteotti. Der Abgeordnete und Generalsekretär der Sozialistischen Partei Italiens wurde am 10. Juni 1924 von faschistischen Schergen entführt und ermordet, nachdem er im Parlament öffentlich Wahlfälschungen und Gewaltexzesse im Umfeld der Parlamentswahl angeprangert hatte.

Zum Gedenken an eine der bedeutendsten politischen Persönlichkeiten in der Geschichte der Republik hielt die Stadt Bozen am heutigen 10. Juni, dem Todestag Matteottis, auf dem gleichnamigen Platz eine Gedenkfeier ab, an der neben Bürgermeister Claudio Corrarati auch die Regierungskommissarin Maddalena Travaglini, Quästor Giuseppe Ferrari, die Spitzen der Stadtpolitik, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft und der Streitkräfte, Mitglieder des Schülerbeirats sowie Angehörige der lokalen Partisanenvereinigung und der sozialistischen Partei teilnahmen.

Nach einer Schweigeminute legten die Anwesenden Blumensträuße vor dem Denkmal nieder.

Bürgermeister Claudio Corrarati verwies in seiner Ansprache die außerordentliche Aktualität von Giacomo Matteotti, der wegen seines Kampfes für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie von den Anhängern des faschistischen Regimes ermordet wurde. Mehr als ein Jahrhundert nach seinem Tod sei sein Beispiel immer noch wegweisend für alle, die an die Werte der Freiheit, der Gerechtigkeit, der Rechtsstaatlichkeit und der demokratischen Mitbestimmung glauben, so Corrarati.

Der Bürgermeister verwies auf die besondere Rolle der Gemeinden als Orte gelebter Demokratie, Mitbestimmung und Bürgernähe. Auch das politische Engagement Giacomo Matteottis, der bereits in jungen Jahren in den Gemeinderat von Fratta Polesine gewählt worden war, sei von dem Wunsch geleitet gewesen, das Leben der Bürgerinnen und Bürger durch pragmatisches Handeln zu verbessern, wie auch von der Überzeugung, dass die Regierenden dem Gemeinwohl und der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet seien.

An die jungen Menschen gerichtet, die heute an der Gedenkfeier teilnahmen, betonte Corrarati, wie wichtig es sei, das moralische und politische Vermächtnis Giacomo Matteottis weiterzugeben und in die Zukunft zu tragen. „Nur wenn wir die neuen Generationen in das Gedenken einbinden, entsteht aus Erinnerung echte Erkenntnis und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein.“

Auch Alessandro Bertinazzo von Bozens Sozialisten und der Präsident der Partisanenvereingung ANPI Guido Margheri erinnerten an das historische und gesellschaftliche Vermächtnis Matteottis sowie an seinen Einsatz für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

Im Rahmen der Gedenkfeier ergriffen auch zwei Vertreterinnen des Schülerbeirats das Wort. Desiree Monsorno vom Sprachengymnasium Marcelline erinnerte an Matteottis Forderung nach „absoluter Freiheit“, die für seinen unerschrockenen Widerstandsgeist gestanden habe. Und Shuoqi Lin vom Realgymnasium Torricelli verwies auf Matteottis Kampf für den Rechtsstaat und für eine gerechte Gesellschaft.

Das Schicksal dieses mutigen und aufrechten Demokraten, dem die Stadt Bozen heute gedachte, mahnt uns, gegen jede Form von Machtmissbrauch aufzustehen und die Werte der Verfassung zu leben und zu schützen. (mp/ct)

Bilder

Weitere Informationen

Letzter Veröffentlichungstag

10.06.2028

Ultimo aggiornamento

Letzte Änderung: 10.06.2026 16:27

Sito web e servizi digitali OpenCity Italia · Zugriff auf Site-Editoren