Beschreibung
Rund 150 Delegierte aus 30 Gemeinden aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz, Monaco und Italien haben sich in den letzten Tagen in Bozen eingefunden, um an der internationalen Verleihung des European Energy Award Gold 2024 teilzunehmen. Diese Auszeichnung erhalten öffentliche Verwaltungen, die konsequent und besonders erfolgreich Maßnahmen für den Schutz des Klimas, für mehr Energieeffizienz und eine nachhaltige Stadt- bzw. Gemeindeentwicklung umgesetzt haben. In diesem Jahr wurden 64 europäische Städte und Gemeinden mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet, darunter auch die Landeshauptstadt, deren Auszeichnung mit dem Energy Award in Gold aus dem Jahr 2020 bestätigt wurde.
Bürgermeister Renzo Caramaschi überbrachte den Teilnehmenden die offiziellen Grüße der Stadt Bozen. Als Stadtregierung habe man bereits vor Jahren erkannt, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase eingedämmt die Stadt auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden müsse, auch um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern, so der Bürgermeister.
Umweltstadträtin Chiara Rabini berichtete, dass Bozen im Jahr 2018 erstmals am European Energy Award-Programm teilgenommen habe und gleich als „Klimagemeinde Silber“ ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2020 habe die Stadt die Auszeichnung „Klimagemeinde Gold“ erhalten. Dass die Stadt das Ergebnis in diesem Jahr bestätigen konnte, habe man nicht zuletzt dem Energieteam der Stadtverwaltung und dem Energiefachberater Emilio Vettori zu verdanken, die mit großem Engagement auf die Bestätigung der Ankerkennung hingearbeitet haben.
Insgesamt wurden europaweit bisher 249 der knapp 1.900 teilnehmenden Städte und Gemeinden mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Die Teilnahme erfolgt über die jeweiligen nationalen Programme, in Südtirol ist dies das „Klimagemeinde-Programm“.
„Die Gemeinden haben eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung der europäischen Energie- und Klimapolitik, die die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 vorsieht“, erklärte Umweltlandesrat Peter Brunner. Für die Stadt Bozen ist die Zertifizierung eine Bestätigung, dass sie mit den zahlreichen Klimaschutzmaßnahmen, die sie in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat, auf einem guten Weg ist. Zu den wichtigsten Maßnahmen auf Stadtebene gehören die Verabschiedung des Grünraumplans, die Durchführung von Dachbegrünungen und Flächenentsiegelungen, der Ausbau der erneuerbaren Energien, die energetische Sanierung von Gemeindegebäuden, verschiedene Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie die sehr wichtige Information und Sensibilisierung der Bevölkerung.
Bei der Veranstaltung im Hotel Sheraton wurden insgesamt vier Südtiroler „Klimagemeinden“ geehrt, neben Bozen auch Meran, Bruneck und Innichen. Bereits 2023 wurde auch die Gemeinde Sand in Taufers als „Klimagemeinde Gold“ ausgezeichnet, sodass in Südtirol mittlerweile fünf Gemeinden die höchste Anerkennung erhalten haben. Für Bozen ist es eine Bestätigung der Auszeichnung aus dem Jahr 2020, während Meran, Bruneck und Innichen das
höchste Treppchen des Klimagemeinde-Podiums zum ersten Mal erklommen haben. Beim internationalen Audit im Juli konnte sich das Auditorenteam vor Ort von den Fortschritten überzeugen, die die Südtiroler Gemeinden mit Unterstützung ihrer Energieteams und der EEA-Berater bei der Umsetzung konkreter Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erzielt haben, von denen einige auch international als vorbildlich gelten.
Neben der Preisverleihung fanden Exkursionen zu einigen Orten statt, die exemplarisch für den Umstieg von den fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien und für die Bedeutung der Stadtbegrünung bei der Abmilderung des Klimawandels stehen. Am ersten Tag stand die Besichtigung der Bozner Müllverwertungsanlage und des daran angeschlossenen Fernheizwerks sowie ein Workshop im neuen Biomasse-Fernheizwerk in Sinich auf dem Programm. Darüber hinaus wurden die energetisch sanierten städtischen Sozialwohnbauten in der Bozner Parmastraße vorgestellt und zwei Workshops zum Thema Stadtbegrünung abgehalten. In diesem Zusammenhang konnten mehrere Grünflächen in Bozen und Meran und das Gelände der sanierten ehemaligen Mülldeponie bei Schloss Sigmundskron besichtigt werden. Am zweiten Tag wurden in Bruneck einige Projekte zur Verbesserung des Stadtklimas und das Mobilitätszentrum vorgestellt. Außerdem stand der Besuch des Biomasse-Fernheizwerks in Luns auf dem Programm. Die Beförderung der Teilnehmenden zu den Exkursionsorten wurde vom Verkehrsbetrieb SASA übernommen.
„Die Gemeinden, die die europäische Klimaauszeichnung in Gold erhalten haben, zeigen, dass Klimaneutralität möglich ist - durch eine konsequente Energie- und Klimapolitik und durch die laufende Umsetzung der geplanten Maßnahmen“, so der Generaldirektor der Klimahaus-Agentur Ulrich Santa.