Beschreibung
Nächste Woche ist Allerheiligen, und diesen Gedenktag nahm Vizebürgermeister Stephan Konder in seiner Eigenschaft als Stadtrat für Bestattungs- und Friedhofsdienste sowie für das Gesundheitswesen der Stadtgemeinde Bozen heute zum Anlass, zu einer Pressekonferenz zu laden, die am Friedhof in Oberau stattgefunden hat und bei der er über die Tätigkeiten des Amtes für Bestattungs- und Friedhofsdienste berichtet und die Vorhaben vorgestellt hat, die im Friedhof kurz- bis mittelfristig geplant sind. Anwesend waren auch die Direktorin des Amtes für Bestattungs- und Friedhofsdienste, Monica Dusini, der Direktor der Abteilung für Dienste an die örtliche Gemeinschaft, Carlo Alberto Librera, und die Führungskräfte einiger Dienste.
Der städtische Friedhof von Bozen liegt im Südosten der Stadt im Stadtviertel Haslach-Oberau und erstreckt sich auf einer Fläche von 16 ha. Er wurde zwischen 1928 und 1930 neben dem Jüdischen und dem Evangelischen Friedhof errichtet. Als die Bevölkerung anwuchs, wurde auch der Friedhof immer wieder vergrößert. 1998/1999 entstand das Krematorium mit zwei Öfen, die 2000 in Betrieb genommen worden sind.
Die Gräberfelder und Wege des Friedhofes sind mit Sträuchern eingefasst. Es sind mehrheitlich Buchsbaumsträucher, und die Gesamtlänge der Einfassungen mit Sträuchern beträgt 16 km. Der Friedhof ist mit mehr als 1.000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt, die mindestens 20 unterschiedlichen Pflanzenarten zugeordnet werden können. Auf der 16 ha großen Fläche besteht somit eine große Artenvielfalt.
Das Amt für Bestattungs- und Friedhofsdienste der Stadtgemeinde Bozen organisiert auf Antrag der Hinterbliebenen die Beerdigung. Es liefert den Sarg samt Zubehör, bereitet die Leiche für die Bestattung vor, übernimmt den Leichentransport, organisiert den Blumenschmuck und den Druck von Sterbebildchen und gibt die Veröffentlichung der Todesanzeige in den lokalen Zeitungen in Auftrag. Das Amt wickelt auch die bürokratischen Angelegenheiten bei einer eventuellen Einäscherung ab und liefert die Ascheurnen.
2023 hat das Amt 356 Bestattungen durchgeführt, 2024 waren es bis zum 30. September 256. Die Erhebung der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit den Diensten des Amtes hat ergeben, dass sie sehr zufrieden mit den angebotenen Dienstleistungen waren.
Die Tarife für die Bestattungen sind auf der Website veröffentlicht und im Amt in der Pfarrhofstraße 4/c ausgehängt.
(https://opencity.gemeinde.bozen.it/Buergerportal/Staedtischer-Bestattungsdienst#cos_e)
Weitere Dienstleistungen des Amtes sind die Einäscherung, die Übergabe und Verstreuung der Asche sowie der Leichentransport nach Bestimmungsort innerhalb und außerhalb der Gemeinde, in Italien und im Ausland.
Das Amt verwaltet die Leichenhaus, organisiert die Bestattung von bedürftigen Personen und die Bergung Personen, die auf öffentlichen Flächen oder Straßen verstorbenen sind, und ihren Transport. 2023 hat das Amt 42 Aufträge dieser Art durchgeführt. Es wickelt die damit zusammenhängenden Verwaltungsverfahren ab und erteilt die notwendigen Ermächtigungen und Genehmigungen.
Am Friedhof von Bozen gibt es Einzel- und Familiengräber, Grabkapellen, Grabfelder für Urnen, Gemeinschaftsfelder und Grab- und Gebeinnischen. 2018 wurde der sogenannte „Garten der Erinnerung“ eingerichtet, wo die Asche von Verstorbenen verstreut werden kann.
Für die Zuweisung einer Grabstätte (Familiengrab, Grab- oder Urnennische) muss ein Konzessionsvertrag abgeschlossen werden. Die Laufzeit des Konzessionsvertrages ist in der Gemeindeordnung über die Bestattungs- und Friedhofsdienste festgelegt. Bei Fälligkeit kann der Konzessionsvertrag verlängert werden. Zu Beginn eines jeden Jahres veröffentlicht das Amt die Liste mit den Konzessionsverträgen, die im Laufe des Jahres verfallen.
Das Gesetz sieht vor, dass jeder Friedhof über ein Gemeinschaftsfeld verfügen muss, das groß genug bemessen sein muss, um in Notfällen genügend Särge aufnehmen zu können.
Auf dem Friedhof von Oberau liegen 15.600 Gräber, davon sind ca. 4.000 Familiengräber, und es gibt mehr als 15.700 Nischengräber. Der Jüdische, der Evangelische und der Islamische Friedhof sind Teil des städtischen Friedhofes.
In den vergangenen Jahren haben sich die Wünsche und Gewohnheiten der Bevölkerung stark verändert. Vor allem die Einäscherungen haben stetig zugenommen, und heutzutage werden mehr als 80% der Verstorbenen eingeäschert. Diese Zahl liegt weit über dem Durchschnitt im restlichen Italien. Aufgrund dieser Entwicklung war es notwendig, die Flächenverteilung im Friedhof neu zu überdenken, denn die Erdbestattungen in Einzel- oder Familiengräbern sind rückläufig und die Nachfrage nach Grab- und Urnennischen ist stark angewachsen. Daher wurde 2021 ein neues zweistöckiges Gebäude errichtet, der sogenannte „Sektor 27“, in dem 1.190 Grab- und Urnennischen Platz finden. 2023 wurde auch das Gräberfeld XXV umgestaltet; es dient nun der Erdbestattung von Urnen. In den nächsten Monaten wird das Amt für Öffentliche Arbeiten der Stadtgemeinde Bozen die Gestaltung von Platz B im Sektor 27 abschließen: Hier wurden aufgrund der großen Nachfrage ausschließlich mittelgroße und kleine Grabnischen eingerichtet.
Neben den Einäscherungen haben auch die Anträge um Verstreuung der Asche der Verstorbenen zugenommen. Das Amt für Bestattungs- und Friedhofsdienste stellt die Ermächtigungen aus, sodass die Hinterbliebenen die Ascheurne in Verwahrung nehmen und die Asche eventuell verstreuen können. Die Asche kann auf dem Friedhof im Garten der Erinnerung verstreut werden oder bei Schloss Sigmundskron. Die Gemeindeverwaltung hat eine entsprechende Vereinbarung mit dem Messner Mountain Museum abgeschlossen.
Eine weitere Aufgabe des Amtes ist die Umbettung von Leichen, Leichenresten, Gebeinen und Aschen im Friedhof und außerhalb, die Einäscherung von Leichen, Leichenresten und Gebeinen und Ausbettungen und Exhumierungen.
Für Friedhofsbesucherinnen und –besucher, die Probleme mit dem Gehen oder eine Behinderung haben oder gebrechlich sind, steht am Samstag und Sonntag ein kostenloser Transportdienst zur Verfügung: Sie werden mit einem kleinen Fahrzeug zum Grab gefahren und dort wieder abgeholt. Der kostenlose Transportdienst ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung „Podini Foundation“, der Stadt Bozen, des Malteser Ordens und des Vereins Volontarius.