Beschreibung
Die Dokumentationsstelle „Centro di Documentazione Ebraica Contemporanea di Milano (CDEC)” organisiert ein Seminar für Lehrpersonen zum Thema der Deportation von Zivilpersonen in Italien (1943-1945). Aus diesem Anlass lädt die Dokumentationsstelle in Mailand die 40 Teilnehmenden am 27. und 28. August 2024 nach Bozen und Meran ein. Die Lehrpersonen, die aus acht verschiedenen Regionen Italiens stammen, unterrichten in humanistischen Fächern bzw. Fremdsprachen (deutsch, englisch und spanisch). Eine Teilnehmerin unterrichtet in Deutschland, eine weitere Teilnehmerin arbeitet im Museum „Museo Diffuso della Resistenza di Torino“ in Turin und die dritte ist Lehrbeauftragte an der Universität Florenz.
Am 27. August werden die Seminarteilnehmenden von der Leiterin des Stadtarchivs Carla Giacomozzi empfangen. Sie besuchen den Jüdischen Friedhof in Bozen und besichtigen anschließend die Orte der Erinnerung in der Stadt Bozen: Die Mauer am ehemaligen NS-Durchgangslager in der Reschenstraße, die Passage der Erinnerung und das Gleis in der Pacinottistraße. Die Teilnehmenden besichtigen dann das Stadtarchiv unter den Lauben 30, wo ihnen Carla Giacomozzi einige interessante Dokumente zeigen wird.
Am Nachmittag hält Elisabeth Galvan von der Universität Neapel einen Vortrag über Grete De Francesco Weissenstein (1893-1945). Grete de Francesco Weissenstein wurde im NS-Durchgangslager von Bozen interniert, nach Ravensbrück deportiert und ist dort verstorben. Sie war eine interessante Persönlichkeit, die sich im Widerstand gegen Faschismus und Nationalsozialismus engagiert hat. Weissenstein veröffentlichte 1937 das Buch „Die Macht des Scharlatans“, in dem sie die Psychologie der Massen und ihre Mechanismen beleuchtet.
Am 28. August findet in Meran ein Vortrag über Enzo Sereni statt, der ebenfalls im Lager von Bozen interniert war. Vortragende sind Liliana Pacciotto und Antonella Tiburzi.
Wie Carla Giacomozzi abschließend sagte, sei der Zweck des Seminars der, sich nicht nur auf die Verfolgung von Künstlern und Literaten zu konzentrieren, sondern auch das aufzuzeigen, was sie vor ihrer Verfolgung und Gefangennahme für die Gesellschaft geleistet haben.