Dachbegrünung als natürlicher Baustein für klimaresistente Städte

Heute Vormittag fand im Festsaal des Rathauses eine von der staatlichen Energieagentur ENEA und der Stadt Bozen organisierte Tagung zur Gebäudebegrünung statt
Veröffentlichungsdatum:

11.12.2024

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Beschreibung

Zahlreiche Interessierte fanden sich am heutigen Vormittag im Rathaus ein, um an einer von der italienischen Energieagentur ENEA in Zusammenarbeit mit der Stadt Bozen organisierten Fachtagung zur Gebäudebegrünung teilzunehmen. Auf dem Tagungsprogramm standen Vorträge zur Dach- und Fassadenbegrünung, die als ein natürlicher Bestandteil einer klimaresistenten Stadt bezeichnet wurde, aber auch Redebeiträge zu den Vorteilen der Gebäudebegrünung in Hinblick auf die neue EU-Gebäuderichtlinie, die strengere Vorgaben zur Energieeffizienz von Gebäuden enthält.

In ihren Grußworten dankte Bozens Umweltstadträtin Chiara Rabini den Verantwortlichen von ENEA dafür, dass sie Landeshauptstadt für ihre Forschungen zur Auswirkung von Gebäudebegrünungen auf den Wärmeinseleffekt ausgewählt hat. Die Stadträtin erinnerte daran, dass Bozen „immer schon offen für innovative und nachhaltige Konzepte war. Die vielen Gründächer, die über die Jahre entstanden sind, zeugen davon.“ Bozen sei eine Stadt mit vielen Grünflächen, die Umweltthemen gegenüber sehr aufgeschlossen ist, so die Stadträtin: „Aber auch wir sind nicht vor dem Klimawandel und vor sommerlichen Hitzephänomenen wie dem Wärmeinseleffekt gefeit. Deshalb haben wir bereits zahlreiche Begrünungsmaßnahmen und Bodenentsiegelungen vorgenommen, die wir im Einklang mit dem städtischen Grünraumplan, aber auch durch die Teilnahme an Initiativen wie dem EU-Projekt „Just Nature“ und dem Klimagemeinde-Programm kontinuierlich ausbauen und durch weitere konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen ergänzen.“

Stadtrat Stefano Fattor erinnerte an die ersten konkreten Umweltschutzmaßnahmen bei Stadtentwicklungsprojekten, insbesondere an die Einführung des Flächenversiegelungsindexes, der dafür sorgt, dass bei Baumaßnahmen möglichst wenig natürlicher Boden verbraucht und versiegelt wird.

In den vergangenen Jahren hat die Stadtverwaltung zahlreiche Dächer von Kindergärten, Grund- und Mittelschulen begrünt. Meist wurden extensive Grünflächen angebracht, die von der Stadtgärtnerei gepflegt werden. Im Jahr 2022 wurde die große Terrasse des Schgraffergebäudes am Kornplatz, in welchem Büros der Stadtverwaltung untergebracht sind, begrünt. 2024 wurde schließlich auch der Schgrafferplatz inmitten der Waltherpassage entsiegelt und in eine grüne Oase mit schattenspendenden Bäumen verwandelt. Und auch die städtischen Wohnanlagen in der Haslacher Straße und in der Parmastraße wurden im Zuge der energetischen Sanierung mit einem Gründach ausgestattet.

Im Rahmen des EU-Projekts „Just Nature“ wurde zuletzt auch das Gemeindegebäude in der Lanciastraße mit einem 500 m² großen Gründach ausgestattet. Das Besondere an diesem Gründach: Es ist ein so genanntes Biodiversitätsdach mit einer großen Pflanzenvielfalt, die Kleinlebewesen und Vögeln ein vielfältiges Angebot an Nahrung und Unterschlupf bietet. Gleichzeitig wurde auch das Dach des Nebengebäudes begrünt und mit einer modernen Fotovoltaikanlage ausgestattet, die knapp 6 % des Gebäudeenergiebedarfs deckt.

Wiederholt wurde bei der heutigen Tagung auf die Rolle der Gebäudebegrünung bei der Schaffung zukunftsfähiger Städte hingewiesen. Grüne Dächer und Fassaden senken den Energieverbrauch und den Wärmeinseleffekt, sorgen für ein besseres Gebäudeklima und für mehr Biodiversität und können viel Niederschlagswasser aufnehmen. Und nicht zuletzt können Gründächer auch kleine Erholungsoasen und Begegnungsorte werden.

Video: https://youtu.be/zOF_w8ASTaU?feature=shared

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Ultimo aggiornamento

Letzte Änderung: 09.06.2025 10:58

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