Beschreibung
Bozen ist es durch die Sprache der Musik gelungen, aus den unterschiedlichen kulturellen Prägungen, die diese Stadt ausmachen, eine Einheit zu formen. Auch, aber nicht nur deshalb hat die UNESCO Bozen den Titel „Musikstadt“ verliehen. Offiziell verkündet wurde die Verleihung dieser prestigeträchtigen und international renommierten Auszeichnung am 31. Oktober in Paris.
Die Einzelheiten der Bewerbung und die Herausforderungen, die eine solche Kandidatur mit sich bringt, sowie den Ablauf der offiziellen Verleihung schilderten Bürgermeister Renzo Caramaschi und Kulturstadträtin Chiara Rabini heute im Beisein des Direktors der Stiftung „Ferruccio Busoni – Gustav Mahler“ Peter Paul Kainrath und der Direktorin der Stiftung Haydn Monica Loss vor den versammelten Medienvertreterinnen und Medienvertreterin im Zuge einer Pressekonferenz.
Mit der Ernennung zur „City of Music“ wurde Bozen in Paris gemeinsam mit weiteren 55 Städten aus aller Welt in das erlesene UNESCO-Netzwerk der Kreativstädte aufgenommen. In diesem Netzwerk sind mittlerweile rund 350 Städte aus einhundert Ländern aktiv. Die Netzwerkstädte sind Exzellenz-Zentren in den Bereichen Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur. Bozen wurde in diesem Jahr als einzige italienische Stadt ausgezeichnet. Neben Bozen gibt es italienweit weitere 13 UNESCO-Kreativstädte: Biella, Carrara, Fabriano und Como (Handwerk), Alba, Bergamo und Parma (Gastronomie), Bologna und Pesaro (Musik), Rom (Film), Turin (Design), Mailand (Literatur) und Modena (Medienkunst).
Ausschlaggebend für den Erfolg der Bewerbung war wohl auch die Tatsache, dass Bozen Veranstaltungsort zahlreicher Kunst- und Musikfestivals und anderer Kulturveranstaltungen von internationalem Rang ist, darunter das Südtirol Jazzfestival, das Transart-Festival, das Bozner Filmfestival, Tanz Bozen und das Genussfestival, um nur einige der bekanntesten zu nennen. Bozen punktet aber auch mit seiner lebendigen Theaterszene - das Teatro Stabile ist eines von nur zehn italienischen Nationaltheatern – und mit seinen Musikschulen mit deutscher, italienischer und ladinischer Unterrichtssprache sowie mit den öffentlichen Schulen mit Schwerpunkt Musik, und dies auf allen Schulstufen.
Seit November letzten Jahres bereitete eine Steuerungsgruppe aus Fachleuten der Stadtverwaltung, der Stiftung Busoni-Mahler und des Haydn-Orchesters die gemeinsame Bewerbung vor, die unter dem Motto „Inklusion, Teilhabe und Innovation“ stand. Das Schwerpunktthema von Bozens Bewerbung zur UNESCO City of Music war die Einbindung aller Bürgerinnen und Bürger und insbesondere auch junger Kulturschaffender und die Vermittlung des Kultur- und Kreativangebot als Gelegenheit zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
„Die Musik sprengt die Grenzen des Individuums und ermöglicht es uns, eine gemeinsame emotionale Wellenlänge zu finden, die uns Tag für Tag das achtsame Zuhören lehrt. Die Sprache der Musik schafft eine verantwortungsbewusste, gleiche und nachhaltige Gesellschaft und lässt ein gemeinschaftliches Gefühl der Einheit der Völker im Zeichen des Friedens wachsen.“
Bürgermeister Caramaschi und Kulturstadträtin Rabini zeigten sich hoch erfreut über diese wichtige Auszeichnung, die auch eine Anerkennung ist für das Engagement, mit dem Bozen seit jeher die kulturelle und insbesondere die musikalische Ausrichtung der Stadt fördert und zu einem Faktor der Gemeinschaftsentwicklung ausbaut. Durch die Ernennung zum Mitglied des UNESCO-Netzwerks der Kreativstädte kann Bozen nun internationale Kooperationen, den Austausch von Erfahrungen sowie den Wissenstransfer über besonders innovative und erfolgreiche Projekte in den Netzwerk-Städten anregen. Gleichzeitig werden in der nächsten Zeit im Zuge eines intensiven Beteiligungsprozesses gemeinsame Ziele erarbeitet, um den Zugang der gesamten Bevölkerung zum kulturellen Leben der Stadt zu erleichtern und eine nachhaltige Gemeinschaftsentwicklung zu ermöglichen. Mittelfristig arbeitet Bozen daran, die Zahl der Musik- und Kreativschaffende zu erhöhen. Hierfür bedarf es zusätzlicher Orte, an denen Musik stattfinden kann, wie auch eines gemeinsamen Nenners und einer zentralen Plattform für Kreativschaffende. Langfristig werden im Rahmen des UNESCO-Netzwerkes neue Formen der internationalen Vernetzung entstehen, die die lokale Kultur- und Kreativwirtschaft als Standortfaktor konsequent weiterentwickeln.