Beschreibung
In Bozen gibt es rund 400 Wertstoffinseln. Vor Kurzem hat die Stadt an insgesamt 12 Standorten, an denen es immer wieder zu wilden Müllablagerungen kommt, Videokameras installiert. Auf diese Weise will die Stadt das Problem der illegalen bzw. unsachgemäßen Entsorgung von Abfällen und Wertstoffen besser erfassen und in den Griff bekommen. Wer Müll achtlos wegwirft oder nicht korrekt entsorgt, muss zudem mit hohen Bußgeldern rechnen, die jetzt noch einmal verdoppelt wurden.
Bürgermeister Renzo Caramaschi und Umweltstadträtin Chiara Rabini berichteten heute Vormittag im Zuge einer Pressekonferenz über das leidige Müllproblem. Dabei richteten sie auch einen Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Gemeinden, die zur Arbeit nach Bozen pendeln, den Müll an ihrem Wohnort zu entsorgen und ihn nicht bis nach Bozen mitzunehmen, um ihn dort einzuwerfen oder, schlimmer noch, achtlos irgendwo abzulegen.
Die neuen Kameras, die seit dem Frühjahr in Betrieb sind, wurden an den Wertstoffinseln am Stadtrand aufgestellt, die besonders vom Mülltourismus betroffen sind. Sie können jedoch jederzeit problemlos abgebaut und an anderen Wertstoffinseln angebracht werden, sollte sich die Situation dort verschlechtern. Drei Beamte der Stadtverwaltung beschäftigen sich beinahe rund um die Uhr mit der Sichtung und Auswertung der Aufnahmen. Allein im letzten Monat wurden auf diese Weise 250 Müllsünder ausgemacht. Rund 100 von ihnen haben ihren Müll in der Stadt entsorgt, obwohl sie außerhalb von Bozen wohnhaft sind.
Im Grunde gebe es nur ein paar einfache Regeln zu beachten, die sich noch dazu in den letzten 10 Jahren nicht geändert haben, so SEAB-Präsident Kilian Bedin und der Direktor des städtischen Umweltamtes Renato Spazzini. „Der Restmüll und der Biomüll werden abgeholt, alle anderen Wertstoffe können zu den Wertstoffinseln oder zum Recyclinghof gebracht werden. Für Betriebe gibt es ferner die Möglichkeit, individuelle Abholtage zu vereinbaren.“
Die Auswertungen der Kameraaufnahmen haben eine breite Palette an Verstößen gegen die Müllordnung ans Tageslicht gebracht. Sie zeigen Privatpersonen und Betriebe – darunter auch Reinigungsbetriebe -, die ihren Müll achtlos irgendwo ablegen, Firmen und öffentliche Einrichtungen, die nicht wissen, dass sie über eigene Müllbehälter verfügen, Pendlerinnen und Pendler, die ihren Recyclingmüll immer schon bis nach Bozen mitnahmen und damit dazu beitragen, dass die Wertstoffcontainer in der Stadt regelmäßig überquellen oder sich der Müll am Straßenrand sammelt. All dies ist nicht mehr tragbar, und es schadet der Stadt, nicht nur in ökologischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht, denn zum einen steigt der Druck auf den Abfallbewirtschafter, für den es immer schwieriger wird, die Servicequalität aufrecht zu erhalten, und zum anderen steigen die Kosten für die Stadt und damit für die Bürgerinnen und Bürger.
„Bozens Umweltbetrieb muss Extraschichten einlegen, um die Stadt sauber zu halten,“ so der Bürgermeister und die Umweltstadträtin, die auch darauf verwiesen, dass das Bußgeld für Müllsünder erst kürzlich noch einmal verdoppelt wurde, auf 200 Euro für Private und 400 Euro für Betriebe. „Wir hoffen, dass wir dadurch weniger wilde Müllablagerungen und Mülltourismus haben. Ist dies nicht der Fall, müssen wir unser Überwachungspersonal weiter aufstocken und die Kontrollen noch einmal intensivieren.“