Bozen gedenkt Giacomo Matteotti

Gedenkfeier am Matteottiplatz mit Bürgermeister Corrarati, Vertreter der Zivil- und Militärbehörden und einer Schulklasse des Lyzeums “G. Carducci”
Veröffentlichungsdatum:

10.06.2025

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Beschreibung

Heute Vormittag fand am Matteottiplatz eine Gedenkfeier für den vor 101 Jahren verstorbenen Parlamentsabgeordneten Giacomo Matteotti statt. Giacomo Matteotti, der für die Geschichte der Demokratie in Italien von zentraler Bedeutung ist, wurde von Vertretern des faschistischen Regimes ermordet. Bei der Gedenkfeier, an der Bürgermeister Claudio Corrarati und Vertreter von Zivil- und Militärbehörden teilgenommen haben und die von einer Klasse des Lyzeums „G. Carducci“ mitgestaltet wurde, gedachte die Stadt Bozen Giacomo Matteottis. In den Ansprachen wurde Matteotti dafür gewürdigt, dass er mit großem Mut gegen die Diktatur aufgetreten und immer wieder seinen Glauben an Freiheit und Gerechtigkeit bekräftigt hat. Dieses sein Handeln musste er letzten Endes mit dem Leben bezahlen. Nach einer Schweigeminute legten die Behördenvertreter Blumen an Matteottis Denkmal auf dem nach ihm benannten Platz nieder.

Bürgermeister Corrarati sagte in seiner Ansprache, wie wichtig das Gedenken und Erinnern seien. Der Matteottiplatz ist nach Giacomo Matteotti benannt, aber häufig denke man nicht daran, dass es nicht nur ein einfacher Straßenname ist, sagte Corrarati. Dieser Platz wurde in Erinnerung an einen Menschen benannt, der den Mut hatte, sich offen gegen die Diktatur aufzulehnen und gegen eine dunkle Zeit der Geschichte anzukämpfen. Matteotti habe seine Gradlinigkeit und sein Engagement mit dem Leben bezahlt, sagte der Bürgermeister abschließend.

Mit großer Freude begrüßte der Bürgermeister die Schulklasse des Lyzeums „G. Carducci“, die die Gedenkfeier mitgestaltet hat. Er erklärte, dass es sehr wichtig sei, dass sich junge Menschen mit der Geschichte auseinandersetzen, damit aus Erinnerung auch Erkenntnis wird. Die jungen Menschen müssen lernen, nein zu sagen und sich nicht mitreißen zu lassen, sie müssen lernen, dass sie an einer gerechteren und solidarischen Gesellschaft mitgestalten dürfen.

Der Bürgermeister erinnerte in seiner Ansprache auch daran, dass Giacomo Matteotti Gemeinderat in Fratta Polesine war. Seine Ideale seien auch heute noch aktuell, denn er habe an eine Politik geglaubt, die nah an den Menschen ist und die auf einer demokratischen Beteiligung aller und auf sozialer Gerechtigkeit fußt. Er war davon überzeugt, dass die Wirtschaft im Dienste des Menschen stehen muss, und nicht umgekehrt, sagte der Bürgermeister abschließend.

Wer war Giacomo Matteotti?

Giacomo Matteotti war Abgeordneter der sozialistischen Partei im römischen Parlament und ein überzeugter Gegner des Faschismus. Nachdem er in einer Rede im Parlament die Gewalt und den Wahlbetrug bei den Parlamentswahlen angeprangert hatte, wurde er am 10. Juni

1924 von faschistischen Schergen überfallen und ermordet. Sein Leichnam wurde erst zwei Monate später gefunden. Matteottis Ermordung war ein Wendepunkt in der Politik Italiens, und noch heute gilt Giacomo Matteotti aufgrund seiner moralischen Integrität und seines Widerstandes gegen die Diktatur als ein großes Vorbild.

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Ultimo aggiornamento

Letzte Änderung: 10.06.2025 16:16

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