Beirat für Menschen mit Behinderung der Gemeinde Bozen

Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum:

19.09.2023

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Beschreibung

"Mit Verwunderung haben wir die Stellungnahme des Kuratoriums für technische Kulturgüter zur Erhöhung der Bahnsteige am Bozner Bahnhof zur Kenntnis genommen, welches vorige Woche in der Presse erschienen ist. Mit Verwunderung, weil diese Erhöhung der Bahnsteige von den Organisationen und Verbänden der Menschen mit Behinderung schon seit langer Zeit vehement gefordert wird, ist sie ja unabdingbare Voraussetzung für die eigenständige Nutzung der inzwischen zahlreichen Niederflurzüge des Nahverkehrssystems durch Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, vor allem wenn sie im Rollstuhl sind. Aber auch Senioren, Eltern mit Kindern, Reisende mit Gepäck und allen andern Menschen können so niveaugleich Züge betreten und verlassen. Kurzum, auf das Niveau von Niederflurzügen erhöhte Bahnsteige gehören zu einem modernen und effizienten und vor allem nutzerfreundlichen Nahverkehrssystem! Natürlich profitieren auch Fahrgäste im Fernverkehr von der Erhöhung, wenn er in diesem Fall auch nicht niveaugleich ist, aber der Höhenunterschied jedenfalls vermindert wird. Deshalb ist diese Erhöhung auch schon sehr lange Inhalt von Gesprächen und Verhandlungen zwischen Trenitalia, RFI, dem Mobilitätsressort und dem Denkmalamt des Landes Südtirol. In letzter Zeit hat auch der Beirat für Menschen mit Behinderung und die Gemeinde Bozen selbst sowie auch die Handelskammer den Druck erhöht, damit es endlich zu einer Lösung kommt. Diese Gespräche haben letztendlich zu einer Einigung geführt, die Arbeiten haben begonnen. Die Kosten belaufen sich in der ersten Phase, in welcher der Bahnsteig zwischen 5. Und 6. Gleis angepasst werden wird, auf 1,8 Millionen Euro, also eine beachtliche Summe. Klarerweise hat man auch ausführlich über die die einzusetzenden Materialien diskutiert und am Ende hat man sich auf ein Material geeinigt, das im Einklang mit dem Gesamtbild des Bahnhofes ist. Anmerken muss man, dass die Gehsteige bereits heute mit verschiedenen Materialien bedeckt sind und es somit auch derzeit kein einheitliches Bild am Bahnhof gibt. Nicht vergessen sollte man zudem, dass mit der geplanten Verlegung des Bahnhofes (Projekt ARBO) diese Bahnsteige ja abgetragen werden sollten. Wir machen überdies darauf aufmerksam, dass die verwendeten Materialien auf die bestehenden Böden aufgelegt werden, ohne diese abzutragen. Wir sind daher der Überzeugung, dass man bei der Planung der Arbeiten sehr wohl auch die Aspekte des Denkmalschutzes, der geschichtlichen Bedeutung des Ensembles sowie des Erscheinungsbildes berücksichtigt hat, wohl wissend, dass es immer unterschiedliche Ansichten in diesen delikaten Materien geben kann. Wir hoffen daher, dass die Arbeiten zügig vorangehen, damit alle Menschen gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilnehmen können. Mobilität ist nämlich eine Voraussetzung für die soziale Eingliederung und somit ein Recht von Menschen mit Behinderungen!"

Die Präsidentin des Beirates für Menschen mit Behinderung der Gemeinde Bozen
Lisl Strobl

Ultimo aggiornamento

Letzte Änderung: 10.01.2025 08:17

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